Archive for August, 2010

Flattr, Über mich und aus dem Nähkästchen

Es ist August und wieder einmal Zeit ein paar Neuigkeiten auf meiner Seite offiziell zu verkünden.
Erstens: Auf www.wolfgangheisel.de wird seit ein paar Tagen geflattrt. Von den vielen neuen Dingen die es im Netz so gibt finde ich Flattr eine der besten Erfindungen überhaupt. Worum geht es? Flattr ist ein Dienst mit dem man auf sehr einfache Weise Webseiten und Online-Projekten ein wenig Geld zukommen lassen kann. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass man einen Account bei flattr.com anlegt und dort einen gewissen Betrag einzahlt. In einem zweiten Schritt kann man dann festlegen wieviel Geld man bereit ist jeden Monat für Webinhalte auszugeben, der Mindesbetrag ist 2 Eur. Dieser Betrag wird dann unter all den Seiten aufgeteilt auf denen man im Aktuellen Monat den Flattr-Button angeklickt hat. Ein aus meiner Sicht durchaus positiver Nebeneffekt der ganzen Sache: Es wird eine gewisse Verbindlichkeit geschaffen. Flattr zwingt zwar niemanden Geld auszugeben, aber hat man einmal einen monatlichen Betrag festgelegt müsste man diesen wieder ausdrücklich auf Null zurücksetzen. Da es ein Prepaid-System ist  muss man aber auch keine Angst haben mehr Geld auszugeben als man wirklich will. Und mal ehrlich. Viele sind durchaus Bereit für Webinhalte die sie gut finden zu bezahlen. Aber wer spendet schon umständlich? Flattr macht die Sache einfach.
Übrigens mache ich mir keine unrealistische Hoffnung mit dem Flattr-Button auf meiner Seite plötzlich eine Goldgrube aufzumachen. Ich verstehe mich hier mehr als Geber denn als Empfänger, aber ich freue mich auch über jeden Cent der mir auf diesem Wege hilft meine Seite zu finanzieren.

Drei weitere etwas kleinere Ankündigungen gibt es noch. Auf der Seite “Über mich” gibt es nun etwas mehr über mich zu erfahren als früher.
Rechts gibt es ein neues Werbebanner von Eventim, das ich ausdrücklich so verstanden wissen will wie ich es überschrieben habe. Als Konzerttipps. Dort erscheinen nur Bands die grade Touren, die ich auch weiterempfehlen will. Diese suche ich auch gezielt aus. Nebenbei ist das vielleicht auch ein Wink auf welchen Konzerten ich demnächst vielleicht fotografieren werde. Und wer über dieses Banner bei Eventim einkauft der Unterstützt mich so ebenfalls.
Last but not least eröffne ich in den nächsten Tagen eine neue Kategorie hier auf www.wolfgangheisel.de Unter dem Titel “Nähkästchen” werde ich in zukunft aus eben diesem plaudern und auf ein paar Themen rund um die Konzertfotografie eingehen die nicht direkt etwas mit den Konzerten die ich grade besucht habe zu tun haben. Also ein Platz für Tipps und Tricks, kurze How-tos oder Erfahrungsberichte allgemeinerer Art.

Ich hoffe ihr seid gespannt und es ergibt sich auch die ein oder andere Diskussion in den Kommentaren.

El Puchero del Hortelano auf dem Horizonte Festival 2010

2010-07-31-el-puchero-del-hortelano-068


El Puchero del Hortelano – der Gemüsetopf des Gärtners – legten auf dme Höhepunkt des zweiten Tags Horizonte Festival 2010 einen rasanten Auftritt hin. Neben Licht in allen Farben wechselte auch das Geschehen auf der Bühne von Song zu Song. Mal gab es ruhige Stücke mit wenig Bewegung, mal rasante Action mit einem Frontmann, der die gesamte Größe der Bühne nutzte.

Alles zusammen also die richtigen Zutaten für ein Konzert das zu fotografieren so richtig Spaß macht. Gut war, dass es genug Platz direkt an der Bühne gab, der es auch erlaubte an den Monitorboxen vorbei zu zielen. Auf Seiten der Objektive die ich dabei hatte war bei diesem Konzert auch alles im Einsatz. Das 70-200mm war perfekt für Portraits während der ruhigen Stücke sowie die Musiker weiter hinten auf der Bühne. Für die eher actionreichen Passagen war das 18-50mm Objektiv die richtige Wahl. Vor allem im Weitwinkel ließ sich die Bewegung auf der Bühne einfangen und gleichzeitig die Tiefe der Bühne abbilden.

Watcha Clan auf dem Horizonte Festival 2010

2010-07-31-watcha-clan-030

Watcha Clan spielten auf dem Horizonte Festival einen vergleichsweise einfach zu fotografierenden Set. Es war noch genügend Tageslicht vorhanden um problemlos sehr kurze Belichtungszeiten wählen zu können. Gleichzeitig kam aber auch schon die Bühnenbeleuchtung zur Geltung. Also wenig Probleme mit der Belichtung und trotzdem ein gewisses Maß an Farbstimmung.

Kein Wunder also, dass ich nicht der einzige war der bei diesem Auftritt die Kamera zückte. Wie ich schon erwähnte herrschten es auf dem Horizonte Festival sehr sehr lockere Bedingungen für die Fotografen . Man muss eigentlich schon sagen, es gab gar keine Bedingungen. Von der Security kam die Aussage, dass jeder der mit “einer dicken Kamera” ankommt in den Graben darf und zeitliche Limits wie z.B. nur die ersten drei Lieder gab es auch nicht.

Vor allem die zeitlich uneingeschränkte Möglichkeit die Konzerte zu fotografieren war sehr positiv. Das heißt ja noch nicht, dass man auch permanent den Finger am Auslöser haben muss, wie ich im letzten Artikel schon dargelegt habe. Aber nur so entstand z.B. die Möglichkeit das Finale von Fanfare Ciocarlia im Publikum zu fotografieren und das festzuhalten was das Konzert einmalig machte. Etwas anders sieht es damit aus, dass jeder fotografieren durfte. Es mag im ersten Moment seltsam anmuten, dass ich mich daran störe, zumal namhafte Kollegen sich immer wieder über strenge Auflagen für eine Akkreditierung beschweren. Ich bin da allerdings anderer Meinung. Es muss bei Konzerten eine Auswahl stattfinden wer fotografieren darf und wer nicht. Ein generelles Zutrittsrecht für die Presse würde dazu führen, dass der Markt mit billigen und vielleicht auch schlechten Bildern überflutet wird. Damit wäre niemandem geholfen. Weder den Fans, die sich durch Unmengen schlechter Bilder klicken müssen, noch den Bands, noch den Fotografen.

Das Thema ist sicherlich komplexer als ich es hier darstellen kann. Zumal es ja eigentlich auch um die Fotos von Watcha Clan gehen sollte.  Aber das Thema ist auch wichtig. Und die lockere Handhabung auf dem Horizonte Festival hatte für mich als Profi nicht nur positive Seiten.

Horizonte Festival 2010 – der zweite Tag

2010-07-31-forro-in-the-dark-027

Der zweite Tag des Horizonte Festivals hatte für mich vor allem den Vorteil, dass ich alles schon kannte. Das Festivalgelände, den Weg dorthin und die Gepflogenheiten des Veranstalters und der Security. Das ist natürlich noch ein schöner Aspekt an einer mehrtägigen Veranstaltung. Den Morgen mit Mittag davor hatte ich zu großen Teilen damit verbracht die Fotos des ersten Tages zu sortieren und zu bearbeiten, was die Vorfreude auf ein Konzert an einem sonnigen Abend natürlich eher noch steigerte.
Den ersten Auftritt des Abends bestritt Forro in the Dark, zwar bei strahlendem Sonnenschein, aber dennoch stimmungsvoll. Meine persönliche Vorgabe für den zweiten Tag war es pro Band nur ca. 50 Fotos zu machen. Sinn und Zweck dessen sollte sein den Aufwand der Nachbearbeitung möglichst in Grenzen zu halten. Zugegebenermaßen nicht meine Idee, aber gut. Leider ist es nämlich in den meisten Fällen so, dass man deutlich länger an der Nachbearbeitung der Fotos sitzt, als das eigentliche Shooting gedauert hat. Dabei gehört die Nachbearbeitung nicht zu den Teilen der Arbeit die mir die größten Spaß machen. Während des Auftritts von Forro in the Dark jedenfalls gelang es mir noch problemlos mich an meine Vorgabe zu halten. Schon schwieriger wurde es beim anschließenden Auftritt von Watcha Clan, vor allem deshalb weil ich diese Band mag und ich eine möglichst gute Bilderserie von ihr einfangen wollte. Insgesamt war es vor allem eine Frage der Selbstdisziplin nicht mehr Fotos zu machen als nötig. So versuchte ich z.B. immer dann auf weitere Fotos zu verzichten, wenn ich mir sicher war die wichtigsten Motive einer Band schon eingefangen zu haben. Immer im Hinterkopf hatte ich dabei auch wie viele Bilder tatsächlich veröffentlich werden können. Es ist also ein Abwägen zwischen der Frage ob man unbedingt alles oder zumindest möglichst viel per Foto dokumentieren will, oder ob es primär darum geht den Auftrag der Redaktion in sehr guter Qualität zu erfüllen. Zwar bin ich absolut kein Freund davon Aufträge schlicht abzuarbeiten, aber gerade bei Festivals muss die Vernunft siegen um am Ende nicht in einer Flut von Fotos zu ersticken.
Gegen Ende des Abends gab es noch zwei sehr schöne Auftritte bei Dunkelheit die hier erwähnt werden sollen. Zum einen El Puchero del Hortelano denen ich in den kommenden Tagen noch ein Special widmen werde und zum anderen Oquestrada aus Portugal. Letztere waren vor allem durch eine ausdrucksstarke Inszenierung des Auftrittes interessant. Teilweise fühlte man sich eher wie bei einem Theaterstück. Auf jeden Fall ein interessanter Auftritt.

17 Hippies auf dem Horizonte Festival 2010

2010-07-30-17-hippies-226

17 Hippies waren fotografisch die anspruchsvollste Band am ersten Tag des Horizonte Festivals. In der Zwischenzeit war es dunkel geworden und die Scheinwerfer der Bühne spendeten das einzig einfangbare Licht. Das Set der 17 Hippies, die wie gewohnt sehr abwechslungsreiches Licht hatten begann erst sehr dunkel in blau. Erst nach den ersetn drei Songs wurde das Licht abwechslungsreicher und damit auch heller. Umso wichtiger, dass bei diesem Auftritt der 17 Hippes keine Rede von der sonst üblichen Beschränkung auf die ersten 3 Songs für die Fotografen. Nocht auf dem Jazz & Joy Festival war darauf sehr streng geachtet worden. Auf dem Horizonte Festival durften wir Fotografen allerdings fast uneingeschränkt fotografieren.

Was bei den 17 Hippies als Schwierigkeit zum Licht noch dazu kommt ist die Tatsache, dass schlicht 13 Musiker auf der Bühne stehen. Das macht es schwierig Ausschnitte zu wählen ohne einen Musiker halb abzuschneiden oder irgendwo auf dem Foto doch noch einen Arm oder den Kopf einer Gitarre mit drauf zu haben. Gleichzeitig versucht man natürlich auch hier von jedem der Musiker ein gutes Foto mit nach Hause zu nehmen. D.h. es entstehen zwangsläufig mehr Fotos als bei einer Band mit nur vier Musikern. Unter anderem aus diesem Grund gibts heute auch eine etwas größere Galerie.

Alessandro Penezzi Trio auf dem Horizonte Festival 2010

2010-07-30-alessandro-penezzi-trio-085

Das Alessandro Penezzi Trio war die erste Band, die auf dem Horizonte Festival 2010 bei Dunkelheit auftrat. D.h. zu Beginn des Auftritts war die Dämmerung schon so weit fortgeschritten, dass auf der Bühne das Scheinwerferlicht dominierte.

Meine Erwartungen waren zunächst nicht besonders hoch, schließlich kannte ich die Band nicht und die Beschreibung ließ eher vermuten, dass es sich um einen optisch wenig beeindruckenden Auftritt der Sorte “Ein-Mann-mit-Gitarre” handeln würde. Zunächst erschien Herr Penezzi auch alleine auf der Bühne. Was aber noch viel schwieriger war: Die Beleuchtung beschränkte sich fast ausschließlich auf rotes und blaues Gegenlicht. Zum Glück änderte sich dies nach den ersten zwei Liedern.

Spätestens mit Auftritt des Geigers wurde dann auch klar, dass dieser Auftritt richtig schön zu fotografieren ist. Es macht einfach Spaß wenn die Musiker auf der Bühne tanzen und pure Spielfreude versprühen. Das sieht man auch gleich auf den Bildern.

Einen Überblick über die anderen Bands des ersten Tages auf dem Horizonte Festival gibt es hier.