2011 – Ein Jahr in Konzertfotos

Braten und Plätzchen im Bauch und ein Berg Fotos, durch den ich mich wühle. So muss das Jahresende sein. Ich muss zugeben, dieses Jahr hatte ich besondere Freude daran zurück zu blicken und meine Fotos zu durchstöbern. Ich bin selbst überrascht, welche Entwicklung meine Fotos gemacht haben. Mir kommt es jedenfalls so vor als seien immer mehr gute und immer bessere Fotos aus meiner Kamera gekommen. Aber, auch wenn ich es mir manchmal selbstverliebt einbilde, das Ende der Fahnenstange ist sicherlich noch nicht erreicht. Das beste Foto ist immer eins das noch kommt, oder wie heißt es so schön.

Im Folgenden ein kleiner Galoppritt durch das Jahr 2011, nicht zuletzt inspiriert vom Stilpirat, dessen Jahresrückblick auf die Idee gebracht hat ebenfalls einen Blick in jeden Kalendermonat zu werfen und mir Gedanken darüber zu machen was sich damals so entwickelt hat.

Januar

2011-01-26-nouvelle-vague-163Das Jahr startet ruhig. 1000 Robota lassen mich im Regen stehen und meine Kritik am Auftritt von Mary Ocher lassen mich ein wenig spüren was ein Shitstorm sein könnte. Beides keine fotografischen Highlights. Gegen Ende des Monats fotografiere ich die großartigen Nouvelle Vague und mir gelingt ein Foto, dass den Rest des Jahres weit oben in meiner Favoritenliste bleiben würde. Weil es aber schon so oft gezeigt wurde hier mal mein zweitliebstes Bild von diesem Abend.

Februar

2011-02-15-band-of-horses-276Band of Horses enttäuschen mich irgendwie, auch wenn schöne Bilder entstehen. In Trier fotografiere ich The Australien Pink Floyd Show, obwohl ich mich totkrank fühle. Der Monat bleibt mittelmäßig und ich kann mir nicht verkneifen ein wenig enttäuscht zu sein. Das Jahr 2010 endete stark. Warum kann es so nicht weitergehen?

März

Es ist der einzige Monat in dem ich mein selbst gestecktes Ziel, ein Konzert im Monat erfülle. In allen anderen Monaten sind es deutlich mehr. Das Licht bei Jupiter Jones ist erbärmlich, aber ich mag das Foto mit dem leuchtenden Schlagzeug. Als Trost führe stehe ich lange mit Peter vor der Tür und spreche mit ihm über Gott und die Welt.

Ich bewerbe mich um Akkreditierungen beim Area 4 und bei Rocko del Schlacko.

April2011-04-08-schlagsaite-promo-007

Ich stoße mit meiner D80 an die Grenzen des Machbaren. Bei Anna Calvi und den Chupacabras ist es einfach viel zu dunkel. Dafür lerne ich Lüül kennen. Cooler Typ! Ein spontanes Shooting mit der Schlagsaite fixt mich an in Zukunft vielleicht doch etwas mehr in Richtung Promobilder zu machen. Wie sich zeigen wird komme ich den Rest vom Jahr nicht dazu

Ich will eine neue Kamera!

Mai

Der Wonnemonat bringt wieder etwas Ruhe mit sich. Aber ich merke schnell, dass ich hibbelig werde, wenn ich mal drei Wochen lang auf keinem Konzert fotografiert habe. Bin ich süchtig?

Juni2011-06-22-janelle-monae-221

Ich eröffne meine persönliche Festival-Saison mit der C/O-Pop. Vier anstrengende Tage mit den Headlinern im Tanzbrunnen. Ich freue mich, dass das Wetter mitspielt und ich nicht nass werde. Vor meine Linse geraten unter anderem Philipp Poisel, Janelle Monae und Wir sind Helden.

Zum Monatsende schwitze ich in der Kulturkirche bei Warpaint. Ich will immer noch eine neue Kamera! Ich tröste mich mit einem Zwischeninvestment, einem Tokina 11-16.

Juli

Festivals, Festivals, Festivals. Ich bin auf der R(h)einkultur. Wie sich später rausstellt ist es das vorerst letzte Mal, dass das Festival stattfindet. Schade, ich würde jederzeit wieder hingehen. Das Horizonte-Festival in Koblenz erweist sich wie schon im Jahr davor als eine tolle Pralinenschachtel. Man weiß nicht so genau was man kriegt, weil ich die meisten Bands nicht kenne, aber es sind einige Perlen darunter.2011-07-28-shantel-bokuvina-club-orchestar-545

Als Shantel in Düsseldorf spielt bin ich auf der Jagd nach dem einen geilen Foto. Dafür bade ich auch in schwitzenden Menschenmassen und bekomme Wasser und Champagner über. Für manche Fotos braucht man einfach Eier!

August2011-08-20-area-4-festival-391-arbeitskopie-2

Area 4 und Rocko del Schlacko sagen zu. Beide bieten mir nur einen Geländepass an. Ich darf keine Bands fotografieren. Also gebe ich den Saarländern schweren Herzens den Laufpass und stürze mich in die Müllberge auf dem Campingplatz des Area 4. Ich bin und bleibe kein Fan von Festivals. Nach eineinhalb Tagen habe ich einfach keinen Bock mehr auf die nächste Band, das ist mir einfach zu viel. Und warum es Menschen geil finden im eigenen Müll vor sich hin zu vegetieren werde ich wahrscheinlich auch nie verstehen. Trotzdem, der Auftritt der Dropkick Murphys ist geil. Schade, dass ich sie nicht fotografieren darf.

Ich sollte daran arbeiten meine Aufträge gleichmäßiger übers Jahr zu verteilen.

September2011-09-22-brooke-fraser-039

Ich hab’s getan. Ich bin stolzer Besitzer einer D700 und habe damit den Gerüchten um einen Nachfolger den Laufpass gegeben. Bei Natalia Kills und Brooke Fraser finde ich auch gleich das richtige Terrain um die neugewonnen ISO-Power auszuschöpfen. Es fühlt sich gut an.

Nebenbei schiede ich das Projekt an meine Homepage zu überarbeiten. Mehr Portfolio, weniger Blog soll es werden. Außerdem muss ein neuer Provider her.

Oktober2011-10-13-the-subways-198

Es ist der Start in ein großes Finale. Ich hole The Subways nach, die ich auf der R(h)einkultur verpasst habe, der Jumpshot auf den hier alle Fotografen warten bleibt mir aber verwehrt. Es folgen The Baseballs, die mich mit freier Sicht ohne Monitorboxen begeistern und Subway to Sally.

Mittlerweile fühle ich mich an der D700 so sicher als hätte ich nie eine andere Kamera besessen.

November2011-11-03-saltatio-mortis-540

Nach dem Konzert von Saltatio Mortis in der Live Music Hall denke ich ernsthaft darüber nach in Rente zu gehen, weil es doch bestimmt nicht mehr besser werden kann. Oder? Gott sei Dank verfliegt die Selbstzufriedenheit auch wieder so schnell wie sie gekommen ist. Dennoch, ich hab das Foto des Jahres im Kasten.

Es folgen noch vier Konzerte im E-Werk, was mich kurzzeitig dazu bringt einen Wechsel meines Wohnsitzes dorthin zu erwägen. Da ich mich nicht entscheiden kann welches davon erwähnenswerter wäre als die anderen hier alle vier in chronologischer Reihenfolge: La Brass Banda, Katzenjammer, Within Temptation und Flogging Molly. Dazwischen war ich auch noch in der Essigfabrik und fotografierte Jennifer Rostock. Auch gut.

Meine neue Homepage geht endlich online. Auf den letzten Drücker ist es doch noch was geworden.

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Dezember

Ich bin auf einem letzten Konzert, bei Schiller in Bonn. Leider ist da fotografisch kaum was zu machen und die Fotos erscheinen auch nie. Pech gehabt.

Ich arbeite den Berg an Fotos ab, der sich im November angehäuft hat, blogge fleißig, feile an meiner Homepage und schmiede den ein oder anderen Plan für’s kommende Jahr. Nebenbei gebe ich ein ausführliches Interview für Happy Shooting, das mich wiedermal motiviert mehr zu bloggen und auch mal die Grundlagen der Konzertfotografie auf Papier zu bringen. Ich schreib’s auf die Liste für 2012…

Über den Autor

Wolfgang Heisel fotografiert seit mehr als fünf Jahren Bands, Konzerte und andere Live-Veranstaltungen. Seine Wahlheimat ist Köln, wo vor allem bei akustischer und rockiger Musik unterwegs ist.

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