Fotos von Nickelback in der Lanxess Arena

Es gibt einen guten Grund Konzerte in riesigen Hallen richtig mies zu finden: Steht man in der Masse von 20.000 Zuschauern irgendwo zwischen den Platzen 15.000 und 19.999, dann kann man Konzert genau so gut in der Aufzeichnung auf dem Smartphone verfolgen. Deutlich größer als gefühlte vier Zoll wirkt die Bühne aus dieser Entfernung jedenfalls nicht.

Wie schön also, dass wir Konzertfotografen immer ganz nah dran sind. Naja, fast immer. Bei Nickelback durfte ich in Deutschlands größter Mehrzweckhalle von einem Podest hinter dem Mischpult aus fotografieren. Für alle, die sich fragen wo denn bei einem Konzert das Mischpult steht: dreht euch das nächste Mal einfach um. Genau, das Mischpult steht hinter den meisten Zuschauern. Es soll ja auch niemandem im Bild sein.

In der Lanxess Arena in Köln bedeutet das übersetzt, dass der Abstand zwischen den Fotografen und der Bühne gut 50m beträgt. Oder in Brennweiten ausgedrückt: Mit meinem 70-200mm Teleobjektiv kann ich die Bühne komplett abbilden, oder eben zwei der vier Musiker zusammen. Für Ganzkörperaufnahmen braucht es schon 400mm oder mehr.

Ich habe an diesem Abend mit einer Nikon D7000 fotografiert, die ich mir extra geliehen habe. Ganz einfach, weil der kleinere Sensor der D7000 einen zusätzlichen Gewinn bei der Brennweite bringt. Der Ausschnitt den ich so mit Tele + Konverter bei 400mm gemacht habe entspricht also eher 600mm am Vollformat.

Und trotzdem: Brennweite ist auch kein Allheilmittel. Bei 50m Abstand in einer vergleichsweise dunstigen Halle sind der Physik einfach Grenzen gesetzt. Die Bilder die so entstehen können gar nicht die Schärfe und Brillianz haben die sonst von meinen Fotos erwarte.

Über den Autor

Wolfgang Heisel fotografiert seit mehr als fünf Jahren Bands, Konzerte und andere Live-Veranstaltungen. Seine Wahlheimat ist Köln, wo vor allem bei akustischer und rockiger Musik unterwegs ist.

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