Mumford & Sons im Palladium Köln

2010-09-27-mumford-sons-131

Konzertfotografie ist ein Abenteuer. Das habe ich schon immer so gesehen. Manchmal sind aber zumindest Teile des Abenteuers mir selbst zuzuschreiben. So zum Beispiel das Abenteuer am Montag abend bei herbstlichem Dauerregen mit dem Rad quer durch die Stadt zum Palladium zu fahren. Was macht man nicht alles wenn man kein Auto besitzt.

Für den anderen, und weitaus dramatischeren Teil des Abenteuers am Montag sorgte dann aber die Bürokratie. Am Palladium angekommen melde ich mich wie immer an der Abendkasse, bekam ein schickes gelbes Armbändchen und wurde promt am Einlass gestoppt.  Fotopass? Verdammt also nochmal zur Kasse, muss die Dame wohl vergessen haben. Aber mit nichten. Für mich war gar kein Fotopass vorgesehen, nur eine Pressekarte hätte man für mich vorgesehen. Stimmt. In der Bestätigungsmail stand nur was von Pressekarte. Da hätte ich die Worte wohl mehr auf die Goldwaage legen sollen. Ich hatte um “Akkreditierung als Fotograf” gebeten. Da war es für mich logisch, dass die Antwort “gerne akkreditieren wir Sie, eine Pressekarte liegt bereit” dann auch die Fotoerlaubnis mit einschließt. Was soll ich schließlich als Fotograf auf einem Konzert, wenn ich nicht fotografieren darf bzw. man mich mit Kamera noch nicht einmal reinlässt. Tja, falsch gedacht und dazu gelernt, dass ich wohl immer auf das Wort “Fotopass” explizit bestehen sollte.

In solchen Situationen hilft nur ruhig bleiben, nett bleiben und sehen, ob man nicht doch noch (ausnahmsweise) was für mich tun kann. Konnte man auch und für die Flexibilität des Veranstalters, dann doch noch einen Fotopass herbei zu zaubern bin ich auch dankbar.

Leider hatte die Bürokratie damit aber noch kein Ende. Nach drei Songs war Schluss für die Fotografen, dass das so sein würde war mir auch schon im Vorfeld klar. Oben drauf kam am Montag die Auflage, dass die Fotografen den Rest des Konzertes nur ohne Kamera ansehen dürfen. Eine Möglichkeit die Ausrüstung wegzuschließen gab es vor Ort aber natürlich nicht. “Ins Auto damit.” war die lapidare Antwort und der dumme Gesichtsausdruck als ich erwiderte, dass ich leider gar kein Auto besitze sprach Bände. 2:0 für das Automobil an diesem Abend. Am Ende landete meine Kamera dann in der Garderobe wofür ich mich auch nochmal anmachen lassen musste, weil die das Zeug auch nicht haben wollten. Eigentlich richtig, aber der Ton war sehr daneben. So macht die Arbeit keinen Spaß.

Dafür freut man sich wieder auf Konzerte mit kleineren Bands und kleineren Locations.

Über den Autor

Wolfgang Heisel fotografiert seit mehr als fünf Jahren Bands, Konzerte und andere Live-Veranstaltungen. Seine Wahlheimat ist Köln, wo vor allem bei akustischer und rockiger Musik unterwegs ist.

2 Kommentare

  1. Micha sagt: - antworten

    Hallo,
    ja man muss da schon ehct gut aufpassen. Ist im palladium zudem sehr häufig so, dass man die kamera nach 3 Songs abgeben muss, allerdings kann man das normalerweise bei der Security vorne am Eingang machen, die das Equipment dann einschließt. Gaderobe wäre mir persönlich zu gefährlich irgendwie …

    LG und viel Erfolg weiterhin
    Micha

  2. Wolfgang Heisel sagt: - antworten

    Hallo Micha,

    wenn man das Equipment hätte einschließen können und die Security ansatzweise nett gewesen wäre, dann wäre das ja zu ertragen gewesen.
    So wie’s aber lief wäre ich am liebsten Heim gegangen und hätte dann auch den Bericht verzichtet. Aber ein zufriedener Kunde ist auch was wert, also bin ich das Risiko eingegangen.

    Grüße,

    Wolfgang

Hinterlasse eine Antwort