Schlagsaite im Stadtgarten

2010-11-19-schlagsaite-396

Die kölner Formation Schlagsaite verfolge ich seit nunmehr fast zwei Jahren sehr intensiv. Acht Mal habe ich sie in dieser Zeit fotografiert, vom kleinen Kneipenkonzert bis zum großen Gig als Support von Dota und die Stadtpiraten in der Kulturkirche. Mitte November fand ihr bislang größtes Konzert im kölner Stadtgarten statt. Der Anlass: Nichts Geringeres, als das Erscheinen ihres zweiten Albums. Klar wollte ich dabei sein, auch wenn der Termin alles andere als günstig für mich lag. Gelegenheiten mit richtig guter Band und richtig gutem Licht sollte man sich nie entgehen lassen. Was mich außerdem lockte war die Chance das Konzert in allen Facetten inklusive der Vorbereitung zu dokumentieren. Konzertfotografie ist ein Feld, dass wie kaum ein anderer Bereich der Fotografie Beschränkungen unterliegt. Nicht zuletzt die oft geltende Regel, dass nur drei Songs fotografiert werden dürfen führt dazu, dass sich viele Fotos ähneln. Man glaube es oder nicht, aber viele der wirklich außergewöhnlichen Konzertfotos entstehen genau dann, wenn solche Beschränkungen nicht gelten. Und letztlich ist ein Konzert einfach mehr als die ersten drei gespielten Songs.

Für das Konzert von Schlagsaite verabredete ich mich folglich schon am Nachmittag für den Soundcheck. Ich bin ohne festen Plan an die Sache rangegangen. Zum einen fand ich die Idee gut mir die Location schon einmal vor dem Auftritt anzusehen, zum anderen war meine Absicht natürlich das ein oder andere schöne Foto vom Aufbau und Soundcheck zu schießen. Und tatsächlich ergaben sich sehr schöne Gelegenheiten. Aus meiner Sicht ein Glücksfall war es, dass sich der Soundcheck sehr lange verzögerte und sich so die Chance die einzelnen Bandmitglieder ganz in Ruhe zu fotografieren. Auf gestellte Fotos habe ich hierbei ganz bewusst verzichtet.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Band, die sich in Gedanken schon auf den großen Auftritt einstellt dazu gebracht hätte vor der Kamera ungezwungen rüberzukommen. Außerdem ergaben sich ganz von alleine genug Motive. Die aus der Situation herausgegriffenen Fotos der Band spiegeln in meinen Augen auch viel besser die Stimmung kurz vor einem Auftritt wider als jedes gestellte Foto.

Natürlich gehörte zu meiner Absicht den Konzertabend so umfassend wie möglich zu dokumentieren auch das ein oder andere Foto backstage wie auch Motive des vor dem Stadtgarten wartenden Publikums, oder Details der Bühnentechnik.

2010-11-19-schlagsaite-021

Das Konzert selbst verlief mehr oder weniger normal. Ich hatte keine zeitliche Beschränkung und ich konnte, eine geniale Möglichkeit im Stadtgarten, nach oben auf die Empore von wo aus Sound und Licht gesteuert werden. Die ersten Songs habe ich direkt vor der Bühne fotografiert. Leider noch bei schlechtem, sehr roten Licht. Da habe ich im Stadtgarten wirklich schon besseres gesehen! Das zweite Drittel des Konzertes habe ich Fotos von der Empore aus geschossen und gegen Ende wieder vor der Bühne bzw. auch die Chance genutzt auf den Rand der Bühne zu steigen. Von dort konnte ich, ohne vom Publikum gesehen zu werden fotografieren und dabei die Musiker von schräg hinten und gleichzeitig das Publikum ablichten.

Insgesamt entstanden an diesem Abend knapp 700 Fotos. Deutlich mehr als bei jedem anderen Konzert das ich bislang fotografiert habe

Der Konzertabend war wohl ein ziemlich rauschendes Fest. Für mich war es wiedermal ein Beweis dafür, wie wenig man als Fotograf vom eigentlichen Konzert mitbekommt.

Die CD, die an diesem Abend präsentiert wurde „Und was kommt nun“ will ich jedem empfehlen, der mit Akkordeon, Geige und guten Texten etwas anfangen kann. Betellen kann man sie unter www.schlagsaite.com

Über den Autor

Wolfgang Heisel fotografiert seit mehr als fünf Jahren Bands, Konzerte und andere Live-Veranstaltungen. Seine Wahlheimat ist Köln, wo vor allem bei akustischer und rockiger Musik unterwegs ist.

0 Kommetare

Hinterlasse eine Antwort