Ausrüstung: Tokina 11-16mm F/2.8 – die Dramalinse

Seit einigen Wochen bin ich wieder stolzer Besitzer eines Superweitwinkelobjektivs. Kurz vor der C/O Pop habe ich mich entschlossen ein wenig Geld zu investieren und habe mir eine schöne Linse mit Brennweite 11-16mm zugelegt.

Genau gesagt: das Tokina AT-X 116 PRO DX AF 11-16mm F/2.8*

Hier nun ein paar Eindrücke und Erfahrungen, die ich in den vergangenen Wochen mit dieser Linse sammeln konnte.

Warum diese Linse?

Ich wollte ein Objektiv, dass einen deutlich größeren Bildwinkel hat als mein “Immerdrauf” 18-50mm. Schließlich fotografiere ich noch mit einer Kamera die einen Crop-Faktor von ca. 1,5 hat, das heißt, so richtig im Weitwinkelbereich ist man damit zwischen 10 und 20mm Brennweite.

Leider ist die Auswahl an Objektiven mit dieser Brennweite nicht besonders groß. Es gibt für Kameras von Nikon (neben den für’s Vollformat gerechneten Profilinsen zu entsprechenden Preisen) nur eine Hand voll Objektive. Die meisten davon haben eine mit der Brennweite variierende Blende, d.h. je näher man ranzoomt, desto schlechter wird die Lichtstärke. Mit durchgehend großer Blendenzahl bleiben eigentlich nur die Weitwinkelmodelle von Tokina übrig. Zumindest wenn man unter 1000€ bleiben will.
Das 12-24mm von Tokina hatte ich vor einigen Jahren mal, habe es aber aufgrund der vergleichsweise schlechten Blende von 4.0 verkauft. Für Konzertfotografie muss es einfach lichtstärker sein. Voilá, bleibt nur noch das 11-16mm.

Das Objektiv selbst

Das Tokina 11-16 kommt, typisch Tokina, ohne Objektivköcher, sonst mit allem was dazu gehört: Objektivdeckel vorne und hinten und Gegenlichtblende. Letztere ist interessanter Weise innen mit einer Art mattem Samt ausgekleidet, was wohl zusätzlich Reflexionen vermeiden soll.
Wie bei allen neueren Objektiven ist auch bei der aktuellen Version des Tokinas der Motor für den Autofokus ins Objektiv integriert. Der Autofokus arbeitet angenehm schnell, Umschalten auf manuellen Fokus funktioniert einfach dadurch, dass der Fokusring Richtung Kamera gezogen wird.
Das Objektiv macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Es liegt gut in der Hand und macht im Vergleich zu anderen Linsen nicht den Eindruck als würde es bei robusterem Einsatz auseinanderfallen.

Das Tokina im Einsatz

An dieser Stelle will ich nicht allzu viele Worte verlieren. Die Motive bei denen das Tokina seine Stärken richtig gut auspielen kann sind: Bühnentotalen, Fotos vom Künstler am Bühnenrand (mit Publikum) und alles mit “Drama, Drama, Drama”.
Besonders die Actionshots mag ich. Ein wichtiger Grundsatz dabei: Nah ran! Im Hochformat kann man die Verzeichnung, die ein Weitwinkel natürlich mitbringt schön einsetzen um den Dramaeffekt noch zu verstärken.

Und natürlich ist das Tokina perfekt für Gigs in kleinen Locations geeignet.

Nur DX?

Das Fazit zu meinen Erfahrungen mit dem Tokina 11-16 kann man sehr einfach auf den Punkt bringen: Geiles Teil!

Ein Manko bleibt allerdings. Die Linse ist nur für Kameras mit Sensor im APS-C Format gerechnet. Da ich sehr bald auf eine Kamera mit Vollformatsensor umsteigen will habe ich das Objektiv zunächst als “Zwischeninvestment” betrachtet. Es war von Anfang an fest eingeplant es schon bald wieder zu verkaufen.
Ken Rockwell hat mich nun aber eines besseren belehrt. Wie er auf seiner Website demonstriert hat das Tokina 11-16 durchaus auch am Vollformat seine Berechtigung. Es “funktioniert” dann zwar nur im Bereich bis >14mm aber das ist besser als nichts und wird auch dann eine super Ergänzung zu meinem künfitgen Standardobjektiv sein.

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Über den Autor

Wolfgang Heisel fotografiert seit mehr als fünf Jahren Bands, Konzerte und andere Live-Veranstaltungen. Seine Wahlheimat ist Köln, wo vor allem bei akustischer und rockiger Musik unterwegs ist.

2 Kommentare

  1. Hanner B. sagt: - antworten

    wo hast du ein tokina 11-16 mit motor bekommen?

    • Wolfgang Heisel sagt: - antworten

      Hallo Hanner,
      oha! du hast recht. Das Tokina 11-16 hat gar keinen integrierten Autofokusmotor. Der Autofocus läuft aber so glatt, dass ich bis grade überzeugt war es hätte einen.
      Daraus ergibt sich natürlich ein weiterer Nachteil des Objektivs. Der Autofokus funktioniert nur an den teureren Kameras von Nikon.

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