Nikon D800 – Oder warum ich froh bin schon gekauft zu haben

Jetzt ist es tatsächlich amtlich. Nikon hat die D800 angekündigt und bringt damit die wohl am sehnlichsten erwartete Kamera der letzten Jahre auf den Markt und gleichzeitig auch eine Kamera an der sich wie an kaum einer anderen die Geister scheiden. Ich mache es kurz, die Gerüchte der letzten Monate haben sich bestätigt. Die D800 ist ein Auflösungsmonster mit sage und schreibe 36 Megapixeln. Darüber hinaus lesen sich die Spezifikationen wie folgt:

  • 36,3 Megapixel CMOS FX Sensor
  • ISO 100 – 6400, erweiterbar auf 50 – 25.600
  • 4 Bilder pro Sekunde in FX, 5 bei DX. Mit dem Batteriegriff sind 6 FPS bei DX möglich
  • 3,2″ Monitor
  • 91.000 Pixel RGB Sensor
  • Verbessertes AF-Modul
  • Verbesserte Ergonomie
  • 10% weniger Gewicht gegenüber der D700
  • Zwei Kartenslots, SD und CF
  • Full-HD Video mit 30, 25 und 24 fps
  • Externer Mikroanschluss
  • Externer Kopfhöreranschluss
  • HDMI-Ausgang, z.B. für Kontrollmonitor
  • motorische Blendensteuerung im LiveView

Wer noch mehr dazu wissen will, der schaue auf der Microsite von Nikon.

Meine Meinung

Was habe ich mich im Bett gewälzt und überlegt, bevor ich mir im Herbst vergangenen Jahres doch eine Nikon D700 gekauft habe. Am Ende hatte ich die Warterei und das Spekulieren über mögliche Nachfolger einfach satt. Wohl weißlich, dass ich vielleicht ein halbes Jahr später mit einem neuen Kamerawunsch da stehen würde

Was nun, wo die D800 endlich angekündigt ist? Verkaufe ich meine Kamera wieder und schiele nach höherem? Nein. Ehrlich gesagt bin ich erleichtert und froh, dass ich damals die Entscheidung so getroffen habe wie ich es getan habe. Ich will keine D800 mit 36 MP. Dabei glaube ich nicht, dass sie eine schlechte Kamera ist, oder dass Nikon hier einen falschen Weg einschlägt, wie es manche meiner Kollegen glauben. Es soll ja sogar ernstzunehmende Drohungen von Nikonianern geben zu Canon zu wechseln, lächerlich. Aber die D800 ist schlicht nicht meine Kamera. Ich brauche keine extreme Auflösung sondern ISO-Power und Geschwindigkeit. Es ist zwar nicht gesagt, dass die D800 in diesen beiden Kategorien schlechter sein wird als die D700, aber die Daten lassen auf jeden Fall vermuten, dass sich hier nicht viel getan hat. Was hätte mir die D800 also zu bieten gehabt? Viel Datenmüll aus sehr großen RAW-Dateien. Angesichts meiner Bestrebungen die Nachbearbeitung und Selektion der Fotos so schnell wie möglich abzuwickeln keine große Versuchung.
Das Feature, das ich an der D700 am meisten vermisse ist die Videofunktion. Hier kann der Nachfolger Punkten. ABER: Meine D700 war ein Schnäppchen. Eine D800 würde gute 1000€ mehr kosten. Dafür bekomme ich schon fast eine D7000 die ebenfalls Video kann und darüber hinaus als leichte Reisealternative und Backup dienen könnte…

Langer Rede kurzer Sinn: Ich bin froh, dass ich mir die D700 gekauft habe. Und ich bin froh, dass ich es schon vor einem halben Jahr getan habe. Es würde mich nicht wundern, wenn die Preise für eine gebrauchte D700 in den nächsten Wochen steigen, denn manch einer der bis heute auf den Nachfolger gewartet hat wird nun doch zu D700 greifen wollen. Aus den gleichen Gründen wie ich.

Und nicht zu Letzt bin ich froh in den letzten fünf Monaten mit meiner D700 Fotos gemacht zu haben, die mir meine alte Kamera nicht ermöglicht hätte. Das beste Bild ist doch das was man hat.

Über den Autor

Wolfgang Heisel fotografiert seit mehr als fünf Jahren Bands, Konzerte und andere Live-Veranstaltungen. Seine Wahlheimat ist Köln, wo vor allem bei akustischer und rockiger Musik unterwegs ist.

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