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Fotos von Apoptygma Berzerk in der Arena Trier

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Bevor ich so richtig ins neue Jahr starte – Frohes Neues! übrigens – arbeite ich noch ein paar „Altlasten“ ab. Die Fotos von Apoptygma Berzerk, die als Support für Unheilig in der Arena Trier spielten.

Die Show von Apoptygma Berzerk war wenig spektakulär, bot aber die willkommene Einstimmung auf Unheilig. Aufgrund der großen Bühne und des Sängers, der sich viel bewegte habe ich zu ungefähr gleichen Teilen mit dem Standard- und dem Telezoom gearbeitet. Das Licht war hauptsächlich weiß und auf jeden Fall hell genug. Ein paar glückliche Momente gab es noch oben drauf. So zum Beispiel als der Drummer den linken Arm zur Pose in die Luft riss. Eigentlich hatte ich den Moment schon verpasst, dachte ich, aber er hielt die Pose viel länger als ich erwartet hätte. Das richte grade so um den Drummer ins Visier zu nehmen und auch noch ein den Kameraeinstellungen zu drehen. Glück gehabt.

Übrigens, für alle Fans von Iron Man gibt es bei Apoptygma Berzerk noch ein Gimmick. Wer es findet kann gerne einen Kommentar abgeben.

Jahresrückblick 2010 – ein Jahr in Konzertfotos

Ein Jahr mit meiner eigenen Webseite geht zu Ende. Genau genommen ist es sogar schon einige Wochen her, dass meine Seite Einjähriges feiern konnte. Allerdings bin ich im November nicht dazu gekommen mich intensiver damit zu beschäftigen. Es gab einfach zu viele Gelegenheiten neue Fotos zu produzieren und deshalb auch zu wenig Zeit für anderes. Ein sehr schöner Umstand.

Dennoch liegt es mir auf der Zunge das vergangene Jahr in ein paar Zeilen Revue passieren zu lassen. Klar, die meisten sehenswerten Fotos die 2010 entstanden sind kann man auch jederzeit in meinem Portfolio sehen, aber neben der Frage was die besten Fotos 2010 waren bleibt doch auch einiges vom Drumherum hängen. Nicht zuletzt geht es mir auch darum eine kurze Bilanz zu ziehen, wie sich meine Fotografie entwickelt hat. Ja, sie entwickelt sich noch und ich hoffe das wird auch noch lange Zeit so bleiben.

Mein Ziel für 2010 war es einmal im Monat ein Konzert zu fotografieren. Dieses Ziel war bewusst nicht sehr hoch gesteckt. Zum einen ist es für mich sowieso nicht entscheidend wie viele Konzerte es genau sind zum anderen weiß man ja auch nie wie es mit den Akkreditierungen läuft. Jetzt, am Ende des Jahres weiß ich, es sind viel mehr Konzerte geworden. Es gab einfach zu viele interessante Bands die in diesem Jahr in Köln gespielt haben.

Insgesamt habe ich 2010 26 Konzerte bzw. Festivals fotografiert. Vieles davon waren Konzerte meiner Lieblingsbands, es waren aber auch einige Überraschungen dabei die erst nach dem Konzert Eingang in Musiksammlung gefunden haben. Die drei besten Konzerte 2010 waren aus meiner Sicht:

Band of Horses in der Kulturkirche

Shantel & Bucovina Club Orchestar im Gloria und

Die Fantastischen Vier in der Arena Trier

Die Auswahl fällt schwer, denn es gab sicherlich 10 oder 15 Bands, die ich 2010 gesehen habe, die ich ohne zu zögern weiterempfehlen würde. Von Reinfällen blieb ich Gott sei Dank weitestgehend verschont. „Die Sterne“ im Stadtgarten hatten so schlechtes Licht, dass ich am Ende nicht ein Foto veröffentlicht habe und manchmal war es ärgerlich nicht so fotografieren zu dürfen, wie das Konzert es verdient hätte.

Schöner Punkt. So richtig viel Spaß macht fotografieren immer dann, wenn man die Freiheit hat das ganze Konzert zu fotografieren. Das war übrigens bei den meisten Konzerten auf denen ich 2010 war der Fall. Besonders hervorheben möchte ich aber das Release Konzert der Schlagsaite im Stadtgarten, welches einfach ein schöner Auftrag war.

Wie geht’s weiter? 2011 werde ich sicherlich wieder auf ähnlich vielen Konzerten unterwegs sein. Ich werde mir nach wie vor Konzerte aussuchen die Spaß versprechen. Dabei gilt vielleicht noch mehr als im vergangenen Jahr: Keine Scheu vor großen Namen und großen Hallen. Großen Spaß hätte ich auch im Sommer ein klassisches Festival mit Zeltplatz und Dixis zu fotografieren. Mal sehen was sich da so anbietet. Und natürlich darf ich nicht vergessen, dass ich für 2011 auf schöne Veröffentlichungen meiner Fotos hoffe.

Hier im Blog werde ich vielleicht noch einmal einiges umstellen. Ich plane mehr zu bloggen und wahrscheinlich fällt dabei auch der eine oder andere Blick hinter die Kulissen zusätzlich ab.

Zu guter Letzt nun aber meine persönliche Top 12. Die für mich persönlich schönsten Fotos des vergangenen Jahres. Für jeden Monat eines. Viel Spaß damit und einen guten Rutsch!

Unheilig in der Arena Trier

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Unheilig ist einer der ganz großen Namen in den Charts 2010. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich die Band rund um Frontmann Der Graf am Jahresende fotografieren durfte. Wie schon bei den Fantastischen Vier habe ich das Konzert in der trierer Arena fotografiert. Das Setting war allerdings ein ganz anderes. Die Bühne stand „klassisch“ an einem Ende der Halle und es durfte aus dem Bühnengraben heraus fotografiert werden.

Die Show von Unheilig lohnt sich. Fotografisch spannend ist sie ebenfalls. Dank zweier Verfolger, also Scheinwerfern, die vom Hallenrand aus immer den Sänger verfolgen, war das Konzert sehr hell. Den Graf mit der Kamera zu verfolgen war allerdings gar nicht so einfach. Er befindet sich eigentlich permanent im Dauerlauf von einem Ende der Bühne zum anderen. Schön sind die Momente in denen er auf dem Laufsteg, von der Bühne Richtung Publikum direkt auf die Fotografen zukommt. Das sind Momente die zum fotografischen Pflichtprogramm gehören, denn Fotos des gehenden Grafen haben eine sehr schöne Dynamik. Kein Wunder also, dass sich die meisten Fotografen am Ende des Laufstegs positioniert haben. Der Nachteil daran ist aber offensichtlich: Es entstehen immer wieder gleiche oder ähnliche Fotos, was vor allem bei einer so viel fotografierten Tour auffällt. Die meisten Fotos von Unheilig zeigen jedenfalls den Graf im Portrait, den Graf im Halbportrait mit Gestik oder den Graf beim Gang über die Bühne. Ein besonderes Motiv in dieser Show zu finden ist nicht einfach.

Genau das ist aber auch der Grund, warum die Arbeit als Konzertfotograf schon vor dem Konzertabend beginnt. In der Regel schaue ich mich sehr genau um, welche Motive von einer Band im Netz zu finden sind. Dadurch bekomme ich einen Eindruck von den Bedingungen vor Ort und ich sammle Inspirationen für die eigene Motivwahl. Das sind selten konkrete Bildideen, so planbar ist ein Konzert einfach nicht, aber es hilft zu wissen welche Motive es schon zahlreich gibt.

Bei Unheilig war mir vor Ort ziemlich schnell klar, dass ich versuchen würde ein Foto des Grafen von hinten zu machen, eventl. mit Publikum drauf. Bei einer Bühne mit Laufsteg bietet sich dies an, denn man bekommt die eher seltene Gelegenheit den Künstler auch mal von hinten aufs Korn zu nehmen. Tatsächlich stellte sich die Idee aber als gar nicht so leicht umzusetzen heraus. Die Verfolger, die ja immer auf den Graf gerichtet waren blendeten extrem, was gleich mehrere Probleme verursachte. Ich fotografierte quasi blind, weil im Sucher nur das grelle Gegelicht zu sehen war. Außerdem arbeitet der Autofocus der Kamera unter diesen Bedingungen sehr schlecht und das Gegenlicht erzeugt oft unschöne Reflektionen im Objektiv. Hinzu kommt, dass ein Sänger von hinten eher unspannend ist, wenn nicht die passende Kombination aus Geste und Gegenlicht getroffen wird. Und zu allem Überfluss gibt die Arena Trier als Halle in der hauptsächlich Sportveranstaltungen stattfinden, keinen schönen Hintergrund ab. Es hängen einfach zu viele Werbebanner an den Wänden, von denen auf dem Foto möglichst wenig zu sehen sein sollte.

Es gehört also eine gute Portion Glück bzw. die richtige Kombination aus Erfahrung und Ausdauer dazu ein solches Foto zu machen. Im konkreten Fall war es ein einziges gutes Foto von gut 25, die ich aus ähnlicher Perspektive gemacht habe. Umso größer ist natürlich die Freude, dass mir ein Foto gelungen ist in dem all die genannten Faktoren passten.

Keine Fotos von Gogol Bordello

Jaja, die Bürokratie hat mal wieder zugeschlagen. Als Konzertfotograf ist es ein leidiges Thema, mit dem man sich leider immer wieder rumschlagen muss. Akkreditierungen werden nur erteilt wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt, oft erfährt man erst ein oder zwei Tage vor dem Konzert ob man Fotos machen darf, oder man bekommt überhaupt keine Antwort auf eine Anfrage. Noch nicht einmal am Telefon. Hat man dann die Zusage zum begehrten Fotopass so bedeutet das leider auch noch nicht viel. Oft sind es die Bedingungen die vor Ort bestimmt werden, die den Fotografen das Leben schwer machen. Das 3-Songs-Limit z.B. oder Fotopositionen, die ohne ersichtlichen Grund so weit weg von der Bühne und den Musikern sind, dass selbst mit Teleobjektiv nicht mehr viel zu machen ist.

Die mit Abstand ärgerlichste Form der Bürokratie sind aber Verträge, die einem vom Management der Band vor dem Konzert vorgelegt werden und die die Arbeit der Fotografen regeln sollen. Regeln heißt hier natürlich einschränken! So auch bei Gogol Bordello.

Der Vertrag der mir an der Abendkasse vorgelegt wurde beinhaltete zahlreiche Punkte, die nicht alle erwähnenswert sind, weil sie z.B. Selbstverständlichkeiten regelten. Dazu gehört das Verbot von Blitzen. Das Limit von maximal drei Songs war darin enthalten, okay damit habe ich mich ja schon lange abgefunden. Immerhin galt auch bei Gogol Bordello nicht pauschal die ersten drei Songs, sondern die Songs 4, 5 und 6. Da hatte sich wohl jemand Gedanken gemacht, gut so! Woran ich dann aber doch Anstoß nahm waren zwei Punkte: Es wurde von mir verlangt, dass ich die Medien bzw. das Medium benenne für das ich Fotografiere und mir gleichzeitig verboten meine Fotos für irgendetwas anderes zu verwenden als für dieses eine Medium. Auf den ersten Blick klingt das vielleicht nicht schlimm, aber de facto bedeutet dies, dass ein solcher Abend für mich als Fotograf nicht mehr gewinnbringend sein kann. Die Honorare die heute gezahlt werden sind viel zu niedrig um mit einer einzige Veröffentlichung eines Fotos die Unkosten decken zu können. Eigentlich jeder Fotograf, der versucht nicht draufzubezahlen ist deshalb bemüht seine Fotos auf verschiedenen Wegen anzubieten.

Ganz nebenbei ist dieser Passus auch der Grund, warum es mir nicht erlaubt ist meine eigenen Fotos auf dieser, meiner eigenen Seite zu zeigen.

Als ob dies nicht genug wäre hat sich Gogol Bordello im übrigen auch noch zusichern lassen, dass sie meine Fotos völlig kostenlos nutzen dürfen. Und das nicht wie ich nur in bestimmten Medien, sondern „throughout the universe“ und ohne zeitliche Beschränkung. Danke, klar schenke ich euch gerne meine Arbeit!

Naja, immerhin kann man sich in Deutschland Gott sei Dank ziemlich sicher sein, dass dieser Passus rechtswidrig ist. Schade nur, dass dies nichts an den anderen Beschränkungen ändert. Und außerdem müsste ich mir mein Recht teuer erstreiten, sollten Gogol Bordello tatsächlich auf die Idee kommen meine Fotos für sich zu verwenden.

Vielleicht hätte ich auch einfach an der Abendkasse umdrehen sollen, meine Kamera wieder im Auto (ja ich hatte sogar eines dabei) verstauen sollen und mir einfach nur das Konzert ansehen sollen. Aber ich hatte mich schon sehr darauf gefreut Gogol Bordello zu fotografieren, weil ich wusste was für eine Show sie machen und weil ich die Band einfach gut finde.

Das nächste Mal werde ich jedenfalls genau das tun. Bis dahin kann ich wenigstens darauf verweisen, dass meine Fotos auf www.regiomusik.de zu sehen sind. Den Link dorthin hat mir ja niemand verboten. Glaube ich zumindest, denn eine Kopie des Vertrages für meine Akten wurde mir verweigert.

Ashley Hicklin in der Essigfabrik Köln

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Ashley Hicklin war ein sehr dankbarer Supportact. Ich hatte zuvor noch nie was von ihm gehört, aber zumindest einige im Publikum schienen seinen Auftritt mit Freuden erwartet zu haben. Die Stimmung im Publikum war also gut. Zwar hat die Stimmung auf einem Konzert eigentlich keinen Einfluss darauf wie die Bilder werden, aber es ist schöner mit einer feiernden Menge im Rücken zu arbeiten. Die Musik die der gute Mann macht war auch nicht wirklich schlecht und das Licht okay. Mir war sein Auftritt eine Nummer zukitschig, aber als Fotograf will ich mich nicht beschweren. Dass er einen Song mit der Weihnachtsmütze, die ihm zugeworfen wurde sang war zum Beispiel ein netter Bonus für mich. Wenn es nicht später das Lichtdebakel bei Sunrise Avenue gegeben hätte wäre es auch die perfekte Einstimmung gewesen.

Die Essigfabrik bietet eine fast perfekte Bühne um viele Fotos mit der 50mm Festbrennweite zu machen. Das is schön, denn umso geringer sind die Lichtprobleme und so lange der Abstand zur Bühne, deren Größe und die Bewegungsfreiheit im Graben stimmen, kann ich gerne auf den Zoom verzichten. Bei Ashley Hicklin entstanden folglich ca. die Hälfte der Bilder mit der Festbrennweite, der Rest mit dem Standardzoom. Das Tele blieb diesmal praktisch ungenutzt. Auch das kann es geben.

Sunrise Avenue in der Essigfabrik Köln

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Dass ich kein Freund von 3 Songs no flash bin habe ich ja schon häufig genug erwähnt. Das Konzert von Sunrise Avenue in der kölner Essigfabrik war ein besonderes Beispiel dafür, wie sinnlos diese Regel sein kann. Dabei ist das Problem gar nicht die Beschränkung auf drei Songs. Drei Songs hätten bei Sunrise Avenue durchaus reichen können um gute Fotos zu machen. Aber wo andere Bands gezielt Songs auswählen, die fotografiert werden dürfen, damit es für die Fotografen auch was zu sehen gibt haben Sunrise Avenue schlicht auf die ersten drei Songs bestanden. Sehr toll! Beim ersten Song war der Sänger solo auf der Bühne und es gab sehr dunkles rotes Licht. Zum zweiten Song kam der Rest der Band auf die Bühne, aber es gab immernoch kein Licht. Zum dritten Song wurde das Licht dann endlich richtig gut, aber die Bühnensecurity war leider der Meinung, dass uns nicht mehr als die ersten dreißig Sekunden des dritten Songs vergönnt sein sollten. Kann wohl nicht zählen der Mann.

Klar, das ist polemisch. Klar, rotes Licht ist auch beherrschbar, denn mit etwas Erfahrung bekommt man auch unter diesen Bedingungen ordentlich belichtete Fotos hin. ABER es ist schlicht langweilig, wenn alles in rot und nichts als rot getaucht ist. Und spätestens wenn man dann sieht, dass den gesamten Rest des Konzertes richtig schönes Licht auf der Bühne ist und man durchaus die Zeit hätte haben können interessante Fotos von allen Bandmitgliedern zu machen.