Posts Tagged "2012"

Fotos von Dropkick Murphys in Düsseldorf

Ich habe selten so viel Verwirrung im Graben erlebt wie bei den Dropkick Murphys in Düsseldorf. Das Stelldichein der Dropkick Murphys in der düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle gehört nun schon seit ein paar Jahren zur liebgewonnen Tradition. In diesem Jahr war die Ansage vor der Show, dass die Songs zwei bis vier fotografiert werden dürfen.

Soweit so gut. Rechtzeitig am Rande des Grabens eingefunden, noch ein paar Worte mit den Kollegen gewechselt und schon ging es los. Das erste Lied war ein Intro. „The Foggy Dew“ vom Band. Deshalb also die Ansage, dass erst ab Song zwei fotografiert werden darf. Alles klar. weiterlesen

Fotos von Deichkind im Palladium

Deichkind machen nicht nur akustisch Krawall und Remmi-Demmi. Die ganze Bühnenshow kommt daher wie eine Mischung aus surrealer Roboterperformance und Kindergeburtstag für Große.

Das freut das Kind im Manne und das freut den geneigten Fotografen. Letzteres umso mehr als dass kurz vor Beginn der Show der örtliche Veranstalter die klare Ansage macht, dass die ganze Show fotografiert werden darf. Nur müssen wir aus Sicherheitsgründen nach etwas mehr als zwei Songs aus dem Graben raus, denn dann beginnen Deichkind damit ihr Spielzeug auszupacken. D.h. sie drehen ne Runde mit dem Schlauchboot durchs Publikum, es fliegt Konfetti und und und. weiterlesen

Fotos von Amy Macdonald im Palladium

Amy Macdonald finde ich super. Dementsprechend habe ich mich gefreut, als ich den Auftrag bekommen habe ihr Konzert im kölner Palladium zu fotografieren.

Leider war ich nur für die ersten drei Songs dort, da parallel auch noch die Arsch Huh Kundgebung in Köln statt fand und dort so ziemlich alles was in der kölber Muskszene Rang und Namen hat aufspielte. Allen Unkenrufen zum Trotz habe ich es aber sehr wohl geschafft beide Termine unter einen Hut zu bekommen. Nur die Vorband Charlie Simpson musste ich auslassen. Was schade ist, denn es gibt genug Leute die behaupten der würde mal erfolgreich. weiterlesen

2012 – Ein Jahr in Konzertfotos

Alle Jahre wieder! Ich mache Kreativpause. D.h. mal keine Konzerte fotografieren, dafür ein paar andere Projekte verfolgen und das Jahr Revue passieren lassen. Es war ein bewegtes Jahr, soviel kann ich vorweg nehmen. Viel hat sich getan und ich blicke nicht ohne ein bisschen Stolz zurück. Man verzeihe mir also Lobhudelei und erfreue sich an dem ein oder anderen, tieferen Einblick in das Seelenleben eines Konzertfotografen:

Januar

Das Jahr beginnt ruhig. Fast schon zu ruhig, denn im Januar bin ich tatsächlich auf keinem einzigen Konzert. Dafür beschäftige ich mich mit ein paar technischen Hintergründen und versuche endlich wieder regelmäßig anderes als Fotos zu publizieren. Ein Vorsatz mit dem ich übers Jahr gesehen leider scheiter. Aber es gibt ja eine neue Chance im neuen Jahr.

Februar

Endlich wieder Konzerte, endlich wieder im Graben. Ich bin kurz hintereinander bei Dropkick Murphys und den Guano Apes. Beide Konzerte finden in Düsseldorf statt, was mich dazu führt, dass ich hier in Köln mit den kurzen Wegen ganz schön verwöhnt bin. Es kommt selten vor, dass ich die Stadt verlasse und auch innhalb Köln bin ich meistens mit dem Rad unterwegs. weiterlesen

Fotos von MIA. im E-Werk

Während ich noch an meinem Jahrsrückblick bastel gibt es heute noch einmal Fotos aus den vergangenen Wochen. Sozusagen direkt untern Baum.

Ich war bei MIA. im E-Werk und mein 24-70mm Objektiv verweilte immer noch beim Händler. Diesmal hatte ich aber neben dem 50er auch das Tele- und das Weitwinkelobjektiv dabei. Eigentlich war die Hoffnung, dass ich bei der relativ großen Bühne des E-Werks sowieso die meiste zeit mit dem Tele fotografieren würde. Das Problem war nur, dass Mieze, die Frontfrau von MIA. den ganzen ersten Song lang vorne an der Bühnenkante stand. An ihren Armen hatte sie ein riesiges Tuch, das von vier Ventilatoren wie ein Tunnel nach hinten geblasen wurde. weiterlesen

Kann Konzertfotografie Kunst sein?

Es gibt eine Frage, die ich mir immer wieder stelle: Kann Konzertfotografie Kunst sein?
Oder vielleicht noch treffender: Ist das was ich da mache Kunst?

Klar, die Frage ist eigentlich obsolet. Wen interessiert es, ob das Kunst ist? Wer will das überhaupt entscheiden? Und überhaupt, ist die Diskussion „Was ist Kunst?“ nicht eine generell sinnlose Diskussion? Hauptsache mir gefällt was ich da mache.

Und dennoch stelle ich mir genau diese Frage ab und an. Z.B. wenn ich mir die Ergebnisse diverser Fotowettbewerbe anschaue. Gerade diese Woche bin ich auf die Ergebnisse des „Dreikampf der Fotografie“ auf www.fotografr.de gestoßen. Dort war eine der drei Aufgaben “Mein fotografisches Highlight im Jahr 2012″. Sprich, das beste Foto des fast vergangenen Jahres sollte präsentiert werden. Oder nein: eigentlich ist in der Beschreibung zur Aufgabe die Rede vom „Foto, das Euch am meisten bedeutet“.

Juror Sven Wickenkampf begründet seine Auswahl u.a. so:

Eines aber haben die von mir gewählten Bilder gemeinsam und zudem den anderen Beiträgen meiner Meinung nach voraus: Sie sind originell, interessant und auch in gewisser Weise witzig. Dadurch schaut man sich die Bilder länger an und hat durchaus Vergnügen beim Betrachten.

Klar, all das kann Konzertfotografie auch. Wäre ja auch wirklich depremierend wenn nicht.
Was Konzertfotografie aber nie ist: Gestaltend, komponierend. Und genau das sind die Favoriten der Jury in sehr vielen Fotowettbewerben.

Konzertfotografie dokumentiert und hält fest, aber dabei wird nichts geschaffen was nicht sowieso da wäre. Und selbst der Einfluss, den man auf Perspektive, Bildkomposition und Belichtung nehmen kann ist begrenzt. Ehrlich: Manchmal vermisse ich dieses schaffende Element der Fotografie.

Was wir Konzertfotografen als Entschädigung bekommen ist aber auch nicht schlecht. Es ist dieses Moment des Zufalls, dass in jedem guten Foto steckt. Das Quäntchen Glück das dazu gehört, eben weil man keinen Einfluss auf das Motiv hat. Und genau das macht für mich auch das Suchtpotential aus. Kein Foto ist gut genug oder gar perfekt. Es geht immer noch ein bisschen mehr, es gibt immer noch etwas dem man hinterher jagen kann. Egal ob das nun Kunst ist was ich mache oder nicht.