Posts Tagged "Nähkästchen"

Für manche Fotos braucht man einfach Eier…

Wenn es einfach wäre Konzertfotos zu machen, dann könnte es jeder.
Das sagt sich einfach. Aber was gehört eigentlich dazu richtig gute Konzertfotos zu machen? Diese Frage ist schon schwieriger zu beantworten. Ehrlich gesagt, ich beschäftige mich jetzt schon ein paar Jahre damit und eine abschließende Antwort habe ich immer noch nicht gefunden. Aber ab und zu komme ich der Antwort einen Schritt näher.

Hättet ihr mich nach dem Shantel-Konzert in Düsseldorf gefragt hätte ich sicher gesagt:
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Ausrüstung: Tokina 11-16mm F/2.8 – die Dramalinse

Seit einigen Wochen bin ich wieder stolzer Besitzer eines Superweitwinkelobjektivs. Kurz vor der C/O Pop habe ich mich entschlossen ein wenig Geld zu investieren und habe mir eine schöne Linse mit Brennweite 11-16mm zugelegt.

Genau gesagt: das Tokina AT-X 116 PRO DX AF 11-16mm F/2.8*

Hier nun ein paar Eindrücke und Erfahrungen, die ich in den vergangenen Wochen mit dieser Linse sammeln konnte. weiterlesen

Festivalfotografie – mehr als X Konzerte an einem Tag

Die Festival-Saison 2011 läuft auf Hochtouren. Die ersten großen Festivals sind schon vorbei und im Kasten, einige kommen noch. Ein guter Zeitpunkt also sich ein wenig Gedanken darüber zu machen, was ein Festival für Fotografen besonders macht.

Klar, zunächst wäre da der Fakt, dass man selten so viele Band in so kurzer Zeit und auf so engem Raum fotografieren kann wie auf einem Festival. Außerdem finden Festivals fast ausschließlich Open Air statt und ein paar davon gehören zu den unbestreitbar größten Konzertveranstaltungen die die Republik so zu bieten hat.

Mehr als genug Gründe also, warum das Fotografieren auf einem Festival viel mehr ist als X Konzerte an einem Tag abzulichten.

Ein paar wichtige Dinge zur Festivalfotografie möchte ich hier festhalten. weiterlesen

Promofotos von Schlagsaite

Ich mag es, eine Band einen ganzen Konzerttag zu begleiten und nicht nur für drei Songs aufzuschlagen, anonym aus dem Graben heraus 3 Songs zu fotografieren und wieder zu verschwinden. Für eine Band direkt zu arbeiten ist nicht nur persönlicher, oft tun sich auch Gelegenheiten auf ein paar Fotos abseits der Bühne zu machen.

Beim Auftritt der Schlagsaite mit Lüül ergab sich solch eine Gelegenheit. Während Lüül drinnen den Sound checkte habe ich mit Schlagsaite im Hof der Lutherkirche ein paar Gruppenfotos geschossen. weiterlesen

Moo – Visitenkarten für Fotografen

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Ja, ich habe Visitenkarten. Es mag Leute geben, die sowas heute für veraltet halten, weil ja alles über Handynummern, Email, Facebook oder Twitter läuft. Mag sein, aber irgendwie mag ich die Vorstellung jemandem eine kleine Karte mit meinen Kontaktdaten drauf in die Hand zu drücken und damit dafür zu sorgen, dass er sich auch morgen noch an meine Daten erinnert. Und es gibt sie ja auch noch, die anderen Leute, die sagen, dass man unbedingt Visitenkarten dabei haben muss, wenn man potentiellen Kunden begegnet.

Bleibt also nur die Frage wie meine Visitenkarten aussehen sollten? Indiviuell und hochwertig. Das ist klar, denn sie sollen ja in Erinnerung bleiben. Joa, und dann begegnete mir aus irgendeinem Grund moo.com

moo.com bietet die Möglichkeit Visitenkarten zu erstellen, die alle unterschiedlich bedruckt sind. Das heißt z.B. 50 Karten mit 50 unterschiedlichen Designs auf der Vorderseite. Die andere Seite zeigt, wie bei allen Visitenkarten einheitlich die Kontaktdaten.

Mir war eigentlich sofort klar: Wenn schon Visitenkarten, dann diese. Also hab ich bestellt. 50 Stück sollten es erstmal tun. Der gesamte Upload- und Bestellvorgang auf moo.com funktionierte sehr angenehm. Einziges kleines Manko sind die langen Lieferzeiten, denn die Karten werden in Großbritannien gedruckt und von dort versandt.

Geliefert werden die Karten in einer hübschen Box, die nicht nur zur Aufbewahrung der eigenen, sondern auch zum Sammeln fremder Visitankarten dienen kann. Zwei passende Registerkärtchen liegen bei. Außerdem sehr erfreulich: Ein Etikett für einen eventuellen Rückversand liegt bei. Sollte also etwas nicht in Ordnung sein muss man das Porto nicht auslegen.

Was die Druckqualität angeht bin ich mit meinen Karten absolut zufrieden. Die Fotos auf meinen Karten sehen klasse aus, selbst die sehr dunklen, die nicht einfach zu drucken sind. Das Papier aus dem die Karten gemacht sind ist sehr dick und fühlt sich sehr hochwertig an. Insgesamt genau das was ich mir erhofft hatte.

Irgendwie sind diese Karten schon kleine Sammelstücke und ich ärgere mich auch ein bisschen, dass ich nicht alle Motive habe doppelt drucken lassen. Dann würde es mir nicht so schwer fallen mich von den Karten zu trennen. Allerdings muss man auch anmerken, dass man die Karten bei einem Stückpreis von ca. 40 Cent sowieso nicht wie Kamelle unter die Leute wirft.

Anmerkung: moo.com zahlt mir leider nichts für meine Begeisterung die ich hier zum Ausdruck bringe. Es ist also ganz sicher meine ehrliche Meinung.


Bildauswahl für Fotowettbewerbe – NME Music Photography Award

Der New Music Express (NME) aus England hat einen Wettbewerb zur Musik-Fotografie ausgeschrieben und ich will mein Glück wagen und mich messen lassen. Das bringt eine der Gretchenfragen in der Fotografie unmittelbar zurück in meine Arbeit. Die Bildauswahl. Sie kann entscheidend für den Erfolg sein, gleichzeitig bedeutet sie für mich aber auch sich kritisch mit dem eigenen Werk auseinanderzusetzen, was durchaus schmerzhaft sein kann.

Aber von vorn:

Vom NME Music Photography Award habe ich vor ein paar Wochen eher durch Zufall erfahren und nach eingängiger Prüfung der Wettbewerbsbedingungen stand fest, dass ich mitmachen werde. In aller Kürze zu dieser Entscheidung:

Entscheidend war, dass es sich hier nicht um irgendeinen Hinterhofwettbewerb handelt und auch nicht den der nächstbesten Drogeriekette, sondern um das renomierteste Musikmagazin Großbritanniens, dass den Wettbewerb ausrichtet. Der Wettbewerb findet also in einem explizit musikjournalisten Rahmen statt. Außerdem waren die Wettbewerbsbedingungen erfüllbar und fair da es neben der Publikumswertung auch eine Jury gibt, die die eingereichten Fotos bewertet. Von reinen online-Publikumsbewertungen  halte ich sehr wenig bis gar nichts. Zu guter Letzt ist der wohl wichtigste Grund warum ich mich für eine Teilnahme entschieden habe aber die Tastache, dass es faire Copyright-Bedingungen gibt. Die eingereichten Fotos dürfen vom NME nur im Rahmen des Wettbewerbs verwendet werden und das auch nur zeitlich befristet. Das ist bei so manchem Fotowettbewerb anders. Leider sind die Preise die der NME auslobt nicht berauschend, aber es geht ja auch mehr um Ruhm und Ehre als um kapitalistische Interessen.

Aber nun zur eigentlichen Aufgabe. Wie finde ich das beste Bild für den Wettbewerb in meinem Portfolio?

Zunächst die Rahmenbedingungen, die der Wettbewerb vorgibt. Es gibt zwei von einander getrennte Wertungen für Amateure und für Profis. Dass ich bei den Profis mitmachen würde – streng nach den Regeln des Wettbewerbs könnte ich auch als Amateur antreten – ergab sich aus meinem persönlichen Anspruch und der Tatsache das hier zumindest ein attraktiver Hauptpreis winkt. Leider gibt es in der Profiwertung keine Kategorien, die den Inhalt der eingereichten Bilder näher bestimmen. Das macht die Bildauswahl eher schwerer, weil man keine Anhaltspunkte hat, gibt aber auch mehr Freiheiten.

Auf den ersten Blick klingt also alles ganz einfach. Die fünf besten Fotos aus dem Jahr 2010 sind gefragt, schnell das eigene Portfolio durchwühlen und glücklich sein. Das ist leichter gesagt als getan. Jeder Fotograf ist schließlich von seinen Bildern überzeugt und oft fällt es schwer alleine nach einem allgemeinen Maßstab wie gut oder schlecht auf die fünf definitiven Wettbewerbskandidaten zu kommen.


Außerdem müssen bei einem Fotowettbewerb andere Maßstäbe an ein Foto gelegt werden als bei einer Magazinveröffentlichung oder der Auswahl für das eigene Portfolio. Ein gutes Foto wird zwar immer ein gutes Foto bleiben und ein schlechtes ein schlechtes, aber um sich unter lauter guten Fotos durchsetzen zu können sollte man auf den Zusammenhang in dem das Foto gezeigt wird achten.

Was heißt das konkret für die Auswahl der Wettbewerbsfotos? Hier hilft ein Perspektivenwechsel. Bei den Fotos die man bei einem Wettbewerb einreicht kommt es nicht darauf an, dass sie mir gefallen, sondern der Jury.

Triff die Bildsprache des Veranstalters

Um herauszufinden was der Jury gefallen könnte ist es ratsam sich anzusehen was im Umfeld des Wettbewerbes veröffentlicht wird. Für den konkreten Fall heißt das: Welche Bilder werden im NME bevorzugt abgedruckt. Dieser Tipp ist noch recht vage und man mag ihm auch entgegenhalten, dass es vielleicht auch empfehlenswert ist von der üblichen Bildsprache abzuweichen. Das ist sicherlich richtig und führt direkt zu Tipp Nummer zwei.

Heb dich von der Masse ab.

Die Jury eines frei zugänglichen Wettbewerbs muss mehre tausende Fotos sichten. Darunter sicherlich eine ganze Reihe von guten und sehr guten Fotos. In die engere Wahl kommt unter diesen Bedingungen sicherlich nur wer es schafft im Gedächtnis der Jury zu bleiben auch wenn diese noch hundert Fotos nach den meinen gesehen hat. Es empfiehlt sich also Fotos einzureichen die in irgendeiner Hinsicht besonders sind und sich von der Masse der Fotos abheben. Gut ist es zum Beispiel immer das Thema des Wettbewerbs kreativ auszulegen und nicht das Motiv einzureichen an das jeder sofort denkt der das Thema liest. Trotzdem dürfen die Fotos aber auch nicht zu speziell oder abstrakt sein. Es muss schließlich noch klar zu erkennen sein warum die Fotos in den Wettbewerb passen. Achtung auch mit Fotos die technisch nicht ausgereift sind. Ein kreatives Motiv entschuldigt keine technischen Mängel.

Nutze die Bilderserie

Im Falle des NME Music Photography Award war ausdrücklich gefordert, dass die fünf eingereichten Bilder „ein zusammenhängendes Portfolio“ ergeben. Aber auch wenn dies nicht explizit gefordert ist empfehle ich Fotos einzureichen die zusammen passen. Das steigert wieder die Chancen im Gedächtnis der Jury zu bleiben, denn es ist nicht mehr das eine Bild mit der positiven Eigenschaft sondern derer gleich fünf.

Ich muss zugeben, dass ich mir selbst sehr schwer damit getan habe diese Tipps zu beherzigen. Zum einen isst es natürlich eine Frage des vorhandenen Materials und zum anderen galt es aus meiner Sicht beim NME Music Photography Award zwischen der gelungenen Bilderserie und dem besten Einzelbild abzuwägen. Die Ausschreibung gab hier keine eindeutigen Hinweise. Dort war nur vermerkt, dass die Fotos sowohl einzeln als auch in der Serie beurteilt würden. Am Ende meines Auswahlprozesses hatte ich zwei mehr oder weniger feste Bilderserien von je fünf Fotos.

Der einen Serie würde ich auch jetzt noch zusprechen, dass sie eher über ein eigenständiges Merkmal verfügt, das sie eventuell besonders macht. Die andere Serie hat meiner Meinung nach die stärkeren Einzelbilder. Auch nach langem hin und her Überlegen und mehreren Gesprächen mit guten Freunden und erprobten Kritikern meiner Arbeit kam ich zu keinem Ergebnis.
Letztendlich viel die Entscheidung für vier Fotos aus der einen Serie, ergänzt um das Foto von Shantel mitten im Publikum.

Ich bin meinen eigenen Vorsätzen also tatsächlich nicht ganz treu geblieben. Am Ende hoffe ich mit der Bilderserie starke Einzelbilder abgegeben zu haben, die teilweise auch alternative Motive zeigen und sich eben nicht nur auf Sanger am Mikro beschränken.
Wer mag der kann durch einen Klick auf das jeweilige Foto zur Seite des NME gelangen und dort für meinen Beitrag abstimmen. Dazu ist keine Anmeldung oder Ähnliches notwendig.

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