Posts Tagged "Tipps & Tricks"

Warum der Rotkanal ein … ist.

„Kein Licht! Und das auch noch rot.“

Warum ist rotes Licht der Feind des guten Konzertfotos? Oder etwas technischer formuliert: Warum ist die Abbildungsqualität besonders bei roten Motiven so schlecht?

Zunächst muss ich betonen: ich bin kein Physiker und auch kein Fachmann für Kameratechnik. Aber das hindert mich ja nicht daran mir ein paar Gedanken zu machen und Wikipedia sei Dank kann ich auch ein paar Behauptungen über die Physik des Lichts aufstellen.
Vielleicht findet sich auch wer, der es besser weiß als ich. Nur zu, die Kommentare sind ja offen.

Also, was hat es nun auf sich mit den Besonderheiten im Rotkanal. Wenn man es sich einfach machen wollte könnte man sagen: Die Kamera ist viel schlechter als das menschliche Auge. Technik kann einfach nicht das leisten was die Biologie in Millionen Jahren erreicht hat. Punkt.

Ich hätte da einen Lösungsansatz für den man sich zwei/drei Dinge näher betrachten muss.

 

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Für manche Fotos braucht man einfach Eier…

Wenn es einfach wäre Konzertfotos zu machen, dann könnte es jeder.
Das sagt sich einfach. Aber was gehört eigentlich dazu richtig gute Konzertfotos zu machen? Diese Frage ist schon schwieriger zu beantworten. Ehrlich gesagt, ich beschäftige mich jetzt schon ein paar Jahre damit und eine abschließende Antwort habe ich immer noch nicht gefunden. Aber ab und zu komme ich der Antwort einen Schritt näher.

Hättet ihr mich nach dem Shantel-Konzert in Düsseldorf gefragt hätte ich sicher gesagt:
Für manche Fotos braucht man einfach Eier… weiterlesen

Ausrüstung: Tokina 11-16mm F/2.8 – die Dramalinse

Seit einigen Wochen bin ich wieder stolzer Besitzer eines Superweitwinkelobjektivs. Kurz vor der C/O Pop habe ich mich entschlossen ein wenig Geld zu investieren und habe mir eine schöne Linse mit Brennweite 11-16mm zugelegt.

Genau gesagt: das Tokina AT-X 116 PRO DX AF 11-16mm F/2.8*

Hier nun ein paar Eindrücke und Erfahrungen, die ich in den vergangenen Wochen mit dieser Linse sammeln konnte. weiterlesen

Festivalfotografie – mehr als X Konzerte an einem Tag

Die Festival-Saison 2011 läuft auf Hochtouren. Die ersten großen Festivals sind schon vorbei und im Kasten, einige kommen noch. Ein guter Zeitpunkt also sich ein wenig Gedanken darüber zu machen, was ein Festival für Fotografen besonders macht.

Klar, zunächst wäre da der Fakt, dass man selten so viele Band in so kurzer Zeit und auf so engem Raum fotografieren kann wie auf einem Festival. Außerdem finden Festivals fast ausschließlich Open Air statt und ein paar davon gehören zu den unbestreitbar größten Konzertveranstaltungen die die Republik so zu bieten hat.

Mehr als genug Gründe also, warum das Fotografieren auf einem Festival viel mehr ist als X Konzerte an einem Tag abzulichten.

Ein paar wichtige Dinge zur Festivalfotografie möchte ich hier festhalten. weiterlesen

Bildauswahl für Fotowettbewerbe – NME Music Photography Award

Der New Music Express (NME) aus England hat einen Wettbewerb zur Musik-Fotografie ausgeschrieben und ich will mein Glück wagen und mich messen lassen. Das bringt eine der Gretchenfragen in der Fotografie unmittelbar zurück in meine Arbeit. Die Bildauswahl. Sie kann entscheidend für den Erfolg sein, gleichzeitig bedeutet sie für mich aber auch sich kritisch mit dem eigenen Werk auseinanderzusetzen, was durchaus schmerzhaft sein kann.

Aber von vorn:

Vom NME Music Photography Award habe ich vor ein paar Wochen eher durch Zufall erfahren und nach eingängiger Prüfung der Wettbewerbsbedingungen stand fest, dass ich mitmachen werde. In aller Kürze zu dieser Entscheidung:

Entscheidend war, dass es sich hier nicht um irgendeinen Hinterhofwettbewerb handelt und auch nicht den der nächstbesten Drogeriekette, sondern um das renomierteste Musikmagazin Großbritanniens, dass den Wettbewerb ausrichtet. Der Wettbewerb findet also in einem explizit musikjournalisten Rahmen statt. Außerdem waren die Wettbewerbsbedingungen erfüllbar und fair da es neben der Publikumswertung auch eine Jury gibt, die die eingereichten Fotos bewertet. Von reinen online-Publikumsbewertungen  halte ich sehr wenig bis gar nichts. Zu guter Letzt ist der wohl wichtigste Grund warum ich mich für eine Teilnahme entschieden habe aber die Tastache, dass es faire Copyright-Bedingungen gibt. Die eingereichten Fotos dürfen vom NME nur im Rahmen des Wettbewerbs verwendet werden und das auch nur zeitlich befristet. Das ist bei so manchem Fotowettbewerb anders. Leider sind die Preise die der NME auslobt nicht berauschend, aber es geht ja auch mehr um Ruhm und Ehre als um kapitalistische Interessen.

Aber nun zur eigentlichen Aufgabe. Wie finde ich das beste Bild für den Wettbewerb in meinem Portfolio?

Zunächst die Rahmenbedingungen, die der Wettbewerb vorgibt. Es gibt zwei von einander getrennte Wertungen für Amateure und für Profis. Dass ich bei den Profis mitmachen würde – streng nach den Regeln des Wettbewerbs könnte ich auch als Amateur antreten – ergab sich aus meinem persönlichen Anspruch und der Tatsache das hier zumindest ein attraktiver Hauptpreis winkt. Leider gibt es in der Profiwertung keine Kategorien, die den Inhalt der eingereichten Bilder näher bestimmen. Das macht die Bildauswahl eher schwerer, weil man keine Anhaltspunkte hat, gibt aber auch mehr Freiheiten.

Auf den ersten Blick klingt also alles ganz einfach. Die fünf besten Fotos aus dem Jahr 2010 sind gefragt, schnell das eigene Portfolio durchwühlen und glücklich sein. Das ist leichter gesagt als getan. Jeder Fotograf ist schließlich von seinen Bildern überzeugt und oft fällt es schwer alleine nach einem allgemeinen Maßstab wie gut oder schlecht auf die fünf definitiven Wettbewerbskandidaten zu kommen.


Außerdem müssen bei einem Fotowettbewerb andere Maßstäbe an ein Foto gelegt werden als bei einer Magazinveröffentlichung oder der Auswahl für das eigene Portfolio. Ein gutes Foto wird zwar immer ein gutes Foto bleiben und ein schlechtes ein schlechtes, aber um sich unter lauter guten Fotos durchsetzen zu können sollte man auf den Zusammenhang in dem das Foto gezeigt wird achten.

Was heißt das konkret für die Auswahl der Wettbewerbsfotos? Hier hilft ein Perspektivenwechsel. Bei den Fotos die man bei einem Wettbewerb einreicht kommt es nicht darauf an, dass sie mir gefallen, sondern der Jury.

Triff die Bildsprache des Veranstalters

Um herauszufinden was der Jury gefallen könnte ist es ratsam sich anzusehen was im Umfeld des Wettbewerbes veröffentlicht wird. Für den konkreten Fall heißt das: Welche Bilder werden im NME bevorzugt abgedruckt. Dieser Tipp ist noch recht vage und man mag ihm auch entgegenhalten, dass es vielleicht auch empfehlenswert ist von der üblichen Bildsprache abzuweichen. Das ist sicherlich richtig und führt direkt zu Tipp Nummer zwei.

Heb dich von der Masse ab.

Die Jury eines frei zugänglichen Wettbewerbs muss mehre tausende Fotos sichten. Darunter sicherlich eine ganze Reihe von guten und sehr guten Fotos. In die engere Wahl kommt unter diesen Bedingungen sicherlich nur wer es schafft im Gedächtnis der Jury zu bleiben auch wenn diese noch hundert Fotos nach den meinen gesehen hat. Es empfiehlt sich also Fotos einzureichen die in irgendeiner Hinsicht besonders sind und sich von der Masse der Fotos abheben. Gut ist es zum Beispiel immer das Thema des Wettbewerbs kreativ auszulegen und nicht das Motiv einzureichen an das jeder sofort denkt der das Thema liest. Trotzdem dürfen die Fotos aber auch nicht zu speziell oder abstrakt sein. Es muss schließlich noch klar zu erkennen sein warum die Fotos in den Wettbewerb passen. Achtung auch mit Fotos die technisch nicht ausgereift sind. Ein kreatives Motiv entschuldigt keine technischen Mängel.

Nutze die Bilderserie

Im Falle des NME Music Photography Award war ausdrücklich gefordert, dass die fünf eingereichten Bilder „ein zusammenhängendes Portfolio“ ergeben. Aber auch wenn dies nicht explizit gefordert ist empfehle ich Fotos einzureichen die zusammen passen. Das steigert wieder die Chancen im Gedächtnis der Jury zu bleiben, denn es ist nicht mehr das eine Bild mit der positiven Eigenschaft sondern derer gleich fünf.

Ich muss zugeben, dass ich mir selbst sehr schwer damit getan habe diese Tipps zu beherzigen. Zum einen isst es natürlich eine Frage des vorhandenen Materials und zum anderen galt es aus meiner Sicht beim NME Music Photography Award zwischen der gelungenen Bilderserie und dem besten Einzelbild abzuwägen. Die Ausschreibung gab hier keine eindeutigen Hinweise. Dort war nur vermerkt, dass die Fotos sowohl einzeln als auch in der Serie beurteilt würden. Am Ende meines Auswahlprozesses hatte ich zwei mehr oder weniger feste Bilderserien von je fünf Fotos.

Der einen Serie würde ich auch jetzt noch zusprechen, dass sie eher über ein eigenständiges Merkmal verfügt, das sie eventuell besonders macht. Die andere Serie hat meiner Meinung nach die stärkeren Einzelbilder. Auch nach langem hin und her Überlegen und mehreren Gesprächen mit guten Freunden und erprobten Kritikern meiner Arbeit kam ich zu keinem Ergebnis.
Letztendlich viel die Entscheidung für vier Fotos aus der einen Serie, ergänzt um das Foto von Shantel mitten im Publikum.

Ich bin meinen eigenen Vorsätzen also tatsächlich nicht ganz treu geblieben. Am Ende hoffe ich mit der Bilderserie starke Einzelbilder abgegeben zu haben, die teilweise auch alternative Motive zeigen und sich eben nicht nur auf Sanger am Mikro beschränken.
Wer mag der kann durch einen Klick auf das jeweilige Foto zur Seite des NME gelangen und dort für meinen Beitrag abstimmen. Dazu ist keine Anmeldung oder Ähnliches notwendig.

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Flattr, Über mich und aus dem Nähkästchen

Es ist August und wieder einmal Zeit ein paar Neuigkeiten auf meiner Seite offiziell zu verkünden.
Erstens: Auf www.wolfgangheisel.de wird seit ein paar Tagen geflattrt. Von den vielen neuen Dingen die es im Netz so gibt finde ich Flattr eine der besten Erfindungen überhaupt. Worum geht es? Flattr ist ein Dienst mit dem man auf sehr einfache Weise Webseiten und Online-Projekten ein wenig Geld zukommen lassen kann. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass man einen Account bei flattr.com anlegt und dort einen gewissen Betrag einzahlt. In einem zweiten Schritt kann man dann festlegen wieviel Geld man bereit ist jeden Monat für Webinhalte auszugeben, der Mindesbetrag ist 2 Eur. Dieser Betrag wird dann unter all den Seiten aufgeteilt auf denen man im Aktuellen Monat den Flattr-Button angeklickt hat. Ein aus meiner Sicht durchaus positiver Nebeneffekt der ganzen Sache: Es wird eine gewisse Verbindlichkeit geschaffen. Flattr zwingt zwar niemanden Geld auszugeben, aber hat man einmal einen monatlichen Betrag festgelegt müsste man diesen wieder ausdrücklich auf Null zurücksetzen. Da es ein Prepaid-System ist  muss man aber auch keine Angst haben mehr Geld auszugeben als man wirklich will. Und mal ehrlich. Viele sind durchaus Bereit für Webinhalte die sie gut finden zu bezahlen. Aber wer spendet schon umständlich? Flattr macht die Sache einfach.
Übrigens mache ich mir keine unrealistische Hoffnung mit dem Flattr-Button auf meiner Seite plötzlich eine Goldgrube aufzumachen. Ich verstehe mich hier mehr als Geber denn als Empfänger, aber ich freue mich auch über jeden Cent der mir auf diesem Wege hilft meine Seite zu finanzieren.

Drei weitere etwas kleinere Ankündigungen gibt es noch. Auf der Seite „Über mich“ gibt es nun etwas mehr über mich zu erfahren als früher.
Rechts gibt es ein neues Werbebanner von Eventim, das ich ausdrücklich so verstanden wissen will wie ich es überschrieben habe. Als Konzerttipps. Dort erscheinen nur Bands die grade Touren, die ich auch weiterempfehlen will. Diese suche ich auch gezielt aus. Nebenbei ist das vielleicht auch ein Wink auf welchen Konzerten ich demnächst vielleicht fotografieren werde. Und wer über dieses Banner bei Eventim einkauft der Unterstützt mich so ebenfalls.
Last but not least eröffne ich in den nächsten Tagen eine neue Kategorie hier auf www.wolfgangheisel.de Unter dem Titel „Nähkästchen“ werde ich in zukunft aus eben diesem plaudern und auf ein paar Themen rund um die Konzertfotografie eingehen die nicht direkt etwas mit den Konzerten die ich grade besucht habe zu tun haben. Also ein Platz für Tipps und Tricks, kurze How-tos oder Erfahrungsberichte allgemeinerer Art.

Ich hoffe ihr seid gespannt und es ergibt sich auch die ein oder andere Diskussion in den Kommentaren.