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Watcha Clan auf dem Horizonte Festival 2010

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Watcha Clan spielten auf dem Horizonte Festival einen vergleichsweise einfach zu fotografierenden Set. Es war noch genügend Tageslicht vorhanden um problemlos sehr kurze Belichtungszeiten wählen zu können. Gleichzeitig kam aber auch schon die Bühnenbeleuchtung zur Geltung. Also wenig Probleme mit der Belichtung und trotzdem ein gewisses Maß an Farbstimmung.

Kein Wunder also, dass ich nicht der einzige war der bei diesem Auftritt die Kamera zückte. Wie ich schon erwähnte herrschten es auf dem Horizonte Festival sehr sehr lockere Bedingungen für die Fotografen . Man muss eigentlich schon sagen, es gab gar keine Bedingungen. Von der Security kam die Aussage, dass jeder der mit „einer dicken Kamera“ ankommt in den Graben darf und zeitliche Limits wie z.B. nur die ersten drei Lieder gab es auch nicht.

Vor allem die zeitlich uneingeschränkte Möglichkeit die Konzerte zu fotografieren war sehr positiv. Das heißt ja noch nicht, dass man auch permanent den Finger am Auslöser haben muss, wie ich im letzten Artikel schon dargelegt habe. Aber nur so entstand z.B. die Möglichkeit das Finale von Fanfare Ciocarlia im Publikum zu fotografieren und das festzuhalten was das Konzert einmalig machte. Etwas anders sieht es damit aus, dass jeder fotografieren durfte. Es mag im ersten Moment seltsam anmuten, dass ich mich daran störe, zumal namhafte Kollegen sich immer wieder über strenge Auflagen für eine Akkreditierung beschweren. Ich bin da allerdings anderer Meinung. Es muss bei Konzerten eine Auswahl stattfinden wer fotografieren darf und wer nicht. Ein generelles Zutrittsrecht für die Presse würde dazu führen, dass der Markt mit billigen und vielleicht auch schlechten Bildern überflutet wird. Damit wäre niemandem geholfen. Weder den Fans, die sich durch Unmengen schlechter Bilder klicken müssen, noch den Bands, noch den Fotografen.

Das Thema ist sicherlich komplexer als ich es hier darstellen kann. Zumal es ja eigentlich auch um die Fotos von Watcha Clan gehen sollte.  Aber das Thema ist auch wichtig. Und die lockere Handhabung auf dem Horizonte Festival hatte für mich als Profi nicht nur positive Seiten.

Horizonte Festival 2010 – der zweite Tag

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Der zweite Tag des Horizonte Festivals hatte für mich vor allem den Vorteil, dass ich alles schon kannte. Das Festivalgelände, den Weg dorthin und die Gepflogenheiten des Veranstalters und der Security. Das ist natürlich noch ein schöner Aspekt an einer mehrtägigen Veranstaltung. Den Morgen mit Mittag davor hatte ich zu großen Teilen damit verbracht die Fotos des ersten Tages zu sortieren und zu bearbeiten, was die Vorfreude auf ein Konzert an einem sonnigen Abend natürlich eher noch steigerte.
Den ersten Auftritt des Abends bestritt Forro in the Dark, zwar bei strahlendem Sonnenschein, aber dennoch stimmungsvoll. Meine persönliche Vorgabe für den zweiten Tag war es pro Band nur ca. 50 Fotos zu machen. Sinn und Zweck dessen sollte sein den Aufwand der Nachbearbeitung möglichst in Grenzen zu halten. Zugegebenermaßen nicht meine Idee, aber gut. Leider ist es nämlich in den meisten Fällen so, dass man deutlich länger an der Nachbearbeitung der Fotos sitzt, als das eigentliche Shooting gedauert hat. Dabei gehört die Nachbearbeitung nicht zu den Teilen der Arbeit die mir die größten Spaß machen. Während des Auftritts von Forro in the Dark jedenfalls gelang es mir noch problemlos mich an meine Vorgabe zu halten. Schon schwieriger wurde es beim anschließenden Auftritt von Watcha Clan, vor allem deshalb weil ich diese Band mag und ich eine möglichst gute Bilderserie von ihr einfangen wollte. Insgesamt war es vor allem eine Frage der Selbstdisziplin nicht mehr Fotos zu machen als nötig. So versuchte ich z.B. immer dann auf weitere Fotos zu verzichten, wenn ich mir sicher war die wichtigsten Motive einer Band schon eingefangen zu haben. Immer im Hinterkopf hatte ich dabei auch wie viele Bilder tatsächlich veröffentlich werden können. Es ist also ein Abwägen zwischen der Frage ob man unbedingt alles oder zumindest möglichst viel per Foto dokumentieren will, oder ob es primär darum geht den Auftrag der Redaktion in sehr guter Qualität zu erfüllen. Zwar bin ich absolut kein Freund davon Aufträge schlicht abzuarbeiten, aber gerade bei Festivals muss die Vernunft siegen um am Ende nicht in einer Flut von Fotos zu ersticken.
Gegen Ende des Abends gab es noch zwei sehr schöne Auftritte bei Dunkelheit die hier erwähnt werden sollen. Zum einen El Puchero del Hortelano denen ich in den kommenden Tagen noch ein Special widmen werde und zum anderen Oquestrada aus Portugal. Letztere waren vor allem durch eine ausdrucksstarke Inszenierung des Auftrittes interessant. Teilweise fühlte man sich eher wie bei einem Theaterstück. Auf jeden Fall ein interessanter Auftritt.