Ein Nachmittag Fotospaß und eine Meinung zur Olympus OM-D

Am Wochenende war ich hier in Köln auf einem kleinen Fotoworkshop bei Martin Krolop. Veranstaltet wurde das Ganze von Olympus. Denn die haben eine neue Systemkamera am Start: Die Olympus OM-D. Dazu veranstaltet Olympus gerade eine ganze Reihe kleiner Workshops mit unterschiedlichen Fotografen und zu unterschiedlichen Themen. Klar, das Ziel ist es mit dem Workshops mächtig die Werbetrommel für die neue Kamera zu rühren, aber trotzdem habe ich mich ziemlich spontan entschieden an einem der Termine teilzunehmen.

Warum? Weil ich vorhabe immer mal wieder über den Tellerrand zu schauen und mich mit neuem auseinander zu setzen. Außerdem war der Workshop für einen echt geringen Unkostenbeitrag zu haben. Vor allem aber fand ich es reizvoll einfach mal einen Nachmittag mit einer neuen Kamera herumzuspielen und dabei auch noch Martin Krolop, den ich sonst nur aus seinem Blog und den Video-Tutorials kenne über die Schulter zu schauen.

Übrigens: The Flash Gym von Krolop-Gerst kann man mieten. Wer also einmal ein wirklich großes Studio mit zentraler Lage in Köln braucht…

Am Ende bekam ich was ich wollte: ein Nachmittag Fotospaß und eine Meinung zur Olympus OM-D, an der ich euch gerne teilhaben lassen möchte.

Zunächst sei noch erwähnt, dass der Workshop so ablief, dass jeder der Teilnehmer eine Kamera plus Batteriegriff, Akku und Speicherkarte ausgehändigt bekam. Nach kurzem Ausprobieren und einer schnellen Einweisung durch Martin ging es dann los. Insgesamt gab es im Flash Gym, dem Studio von Krolop-Gerst drei unterschiedliche Setups die in kleinen Gruppen fotografiert wurden. So richtigen Workshop-Charakter hatte das ganze zwar nicht, aber das war von vornherein klar. Es ging ums Ausprobieren der Kamera, nicht mehr, nicht weniger.

Meine Meinung zur Olympus OM-D

Die Olympus OM-D ist ne coole Kamera. Punkt! Die entscheidende Frage ist, ob man zur Zielgruppe der Olympus OM-D gehört, und die ist sicherlich nicht bei den professionellen Fotografen angesiedelt.

Meiner Meinung nach ist die OM-D eine sehr gute Kamera für alle die gute Bildqualität und die volle Flexibilität eines Systems mit Wechselobjektiven haben wollen, aber gleichzeitig sehr direkte Bildergebnisse ohne lange Nachbearbeitung möchten. Neben vielen Dingen, die alle Werbeprospekte und professionelle Test sicherlich besser auflisten als ich, sind mir nämlich vor allem zwei Dinge positiv aufgefallen.

Zum einen das sehr direkte Feedback das man als Fotograf bekommt. Die Olympus nutzt den elektronischen Sucher dafür die Belichtung des Bildes live zu simulieren. Dadurch entspricht da Sucherbild nicht nur in Ausschnitt und Schärfe dem später gemachten Bild, sondern auch in der Belichtung. Ein klarer Vorteil, vor allem bei schlechtem Licht, denn man muss nicht abschätzen, ob das nächste Bild besser wird, wenn man eine Blende aufdreht. Man sieht die Folgen jeder Belichtungsveränderung sofort im Sucher.

Das zweite Feature, das mir gefallen hat ist die Möglichkeit die Bildmodi schon in der Kamera einzustellen. D.h. die Olympus OM-D verfügt über sehr gute Möglichkeit schon in der Kamera schwarz/weiß einzustellen, oder einen Modus zu wählen der eine Cross-Entwicklung simuliert oder oder oder.

Von diesen Bildmodi mag man im Einzelnen halten was man will (Martin Krolop hat sich z.B. noch auf dem Workshop als Feind der Cross-Entwicklung geoutet) aber klar ist, dass viele Fotografen ihre Bilder in der Bildbearbeitung am Computer sowieso in die eine oder andere Richtung verändern. Die Olympus OM-D kommt hier mit guten Möglichkeiten sich die spätere Bearbeitung zu sparen daher.
Und ganz nebenbei: Der Bildmodus “Monochrom Film” rockt!

Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Olympus OM-D durch die vielen Einstellmöglichkeiten und die vielen sehr kleinen Knöpfe etwas fummelig ist. Aber hier muss man fairer Weise auch sagen, dass man sich an vielen gewöhnt und ich mir sicher bin, dass die Menüs bei häufiger Benutzung nicht mehr so undurchsichtig erscheinen wie beim ersten Mal.

Die Olympus OM-D als Konzertkamera?

Natürlich habe ich mir auch die Frage gestellt, ob die Olympus OM-D eine gute Kamera wäre um damit Konzerte zu fotografieren. Tatsächlich würde ich sie sehr gerne mal unter realen Bedingungen auf einem Konzert testen, denn es interessiert mich wirklich ob sie dort auch halten kann was sie verspricht. Also: Hallo Olympus, schickt mal eine rüber!

Was die Kamera verspricht und was auch mein erster Eindruck bestätigt ist, dass sie durchaus ein paar Dinge bereit hält, die sie für Konzerte interessant machen. Der kleine Sensor (Micro Four Thirds) ist kein Nachteil, das Rauschverhalten ist, soweit ich da beurteilen kann gut. Die geringe Sensorgröße bringt also vor allem ein Plus an Schärfentiefe.

Das direkte Feedback zur eigestellten Belichtung kann auf Konzerten natürlich auch nicht schaden. Was ich aber am spannendsten finde ist der Autofokus der Olympus OM-D. Nicht nur, dass Olympus damit wirbt den angeblich schnellsten Autofokus der Welt verbaut zu haben, er verfügt darüber hinaus über Messfelder, die sich praktisch über die ganze Bildfläche verschieben lassen. Das wünsche ich mir für meine DSLR sehnlichst, denn die sehr zentral angeordneten Messfelder meiner D700 nerven gewaltig. Dazu erschien mir der Autofokus sehr gut bei Gegenlicht zu arbeiten. Aber wie gesagt, das müsste man mal unter realen Bedingungen testen.

Fazit

Ich glaube die Olympus OM-D ist eine gute Kamera für alle die auf die Nachbearbeitung am Rechner verzichten und einfach nur Spaß am Fotografieren haben wollen. Aus meiner Sicht spricht auch nichts dagegen sich mit dieser Kamera auf anspruchsvolle Gebiete wie die Konzertfotografie zu begeben.

Für den professionellen Einsatz bringt sie allerdings einiges an Schnick-Schnack mit, den ich persönlich einfach nicht brauche bzw. der mich spätestens dann nerven würde, wenn ich im Menü immer daran vorbei blättern müsste.

Als kleines Beispiel dazu, was die Olympus OM-D so kann und vor allem auch was die Bildeinstellungen in der Kamera so können gibt hier noch ein paar Beispielbilder vom Workshop. Alle Bilder sind 100% out of cam, wie man so schön sagt.

Über den Autor

Wolfgang Heisel fotografiert seit mehr als fünf Jahren Bands, Konzerte und andere Live-Veranstaltungen. Seine Wahlheimat ist Köln, wo vor allem bei akustischer und rockiger Musik unterwegs ist.

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